Dienstag, 24. August 2021

Zauber der Nacht

 

Wir schreiben August 2021, der Sternschnuppen Monat. Die Perseiden Schauer kommen zu Besuch und zaubern ein sagenhaftes Schauspiel an unseren Nachthimmel. Ich liebe die Dunkelheit und die Stille, die mich dann umgibt. Sie erleichtert mir den Zugang zu meiner inneren Welt. Die Ereignisse in unserer Welt  stimmen mich nachdenklich. Trotz fehlender Unterhaltungselektronik  in meinem Leben, erreichen mich die schlechten Nachrichten; gefühlt nehmen sie immer mehr zu. Es gibt so viele Menschen, die sich eine Welt ohne Kriege und mit mehr Liebe und Wertschätzung wünschen. Sind es zu wenige, die diesen Wunsch in sich tragen? Ich betrachte nicht nur mein Land, hier ist der Unfrieden ein anderer, als in Afghanistan. Ich frage mich ob der Wahnsinn, der uns gerade umgibt, mit dem Erbe unserer Ahnen  in Zusammenhang steht. Warum funktioniert sonst Angst und Propaganda  in Sachen Virus und das Kleinmachen von Menschen, die anders denken. Wir leben doch in einer Demokratie und im Rahmen unserer Familie, Firma, Kultur, Vereinen und Religionen dürfte doch ein angstfreies Miteinander möglich sein. Jeder von uns trägt die Gene und die Geschichte seiner Vorfahren in sich. Vielleicht geht es um Vergebung und Anerkennung unserer Geschichte bzw. unserer Wurzeln, und daß es nicht die Schuld der jetzigen Generation ist, die gerade auf unserer  Erde lebt. Wenn wir Alle wirklich Eins sind, lösen sich die Kulturen auf, damit wir eine neue und bessere Geschichte schreiben und leben können? Ist das Chaos, welches wir gerade erleben nur die Auswirkung unserer Evolution? Über zweitausend Jahre währt nun schon die Strategie von Macht, Ausbeutung, Kontrolle und Angst. Umgibt uns das Chaos, weil die Zeit für  eine weitere Evolutionsstufe gekommen ist? Es ist eine Möglichkeit zu hinterfragen, warum unser e Welt gerade so ist. Um mich herum werden immer mehr Menschen sensibler, schauen wie ich genau hin, ob wir nicht andere konstruktive Lösungen für kleine und große Probleme entdecken .Es entsteht eine neue Form der Gemeinschaft, in der ein jeder Verantwortung übernimmt Sie stellen sich alle ähnliche Fragen:“Wer bin ich, was bin ich? Was kann mein kleiner Beitrag sein, um die Veränderung zu unterstützen?“Einige entdecken ins ich plötzlich innere Schätze, für die es bisher  keinen Raum gegeben hat, Diese zu leben ist ihre innere Freiheit. Es ist schön, das sie,  ohne Schuld und Scham  der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden. Es hilft denen, die noch schlafen vielleicht dabei, sich die richtigen Fragen zu stellen, und sie werden mutiger. Anders zu denken und darüber zu sprechen kann unter Umständen viel freie Zeit schenken. Ich bin mittlerweile soweit, daß ich meine Mitmenschen bei ihrem ignorieren meiner Person nicht störe. Gerade jetzt hat mir ein lieber Freund offeriert, daß er keine Zeit mehr für mich  haben wird. Er steckt gerade in dem morphogenetischen Feld fest, welches ich vor langer Zeit verlassen habe .Es tut mir weh, aber auch er hat das Recht auf eigne Erfahrungen .In diesem Umfeld gibt es Menschen, die die stärken, um ihre Schatten im Schatten zu halten. Ich versuche in Klarheit meine Richtung zu halten; bin nicht perfekt und entdecke in mir Verhaltensweisen, die mir nicht mehr dienlich sein sollen. Vor ein paar Tagen habe ich sehr schöne und poetische Texte erhalten. Festgestellt habe ich, daß mein Sprachgebrauch mit mir und Anderen liebevoller werden darf .Sie haben mich tief berührt. Es ist ungewohnt, wenn man tagtäglich etwas auf die Nase bekommt. Was hat das mit den Sternen zu tun? Ich bin von dem Anblick einer Sternschnuppe so ergriffen gewesen, daß ich vergessen habe, mir etwas zu wünschen. Eine Sternschnuppe ist ein alter Meteorit, der verglüht und schafft Raum, daß neue Sterne entstehen können, ähnlich dem, was wir gerade erleben im außen. Die Nacht weicht und am Himmel ist die Milchstraße zu sehen. Ich stelle mir vor, ich gehe auf ihr spazieren und sehe in der Ferne den Planeten, auf dem „Der kleine Prinz“ steht. Er winkt mit zu. Statt der mir vertrauten Sternbilder sehe ich plötzlich ganz viele Anker, zehn an der Zahl. Noch zehn Jahre Geduld haben, bis sich die Veränderung zeigt? Ich gehe mit der Gewissheit schlafen, daß die Zukunft denen gehört, die an die Schönheit und ihre Träume glauben und das Gegenteil von Angst ist Liebe.

 

Hamburg Dulsberg, 22.August 21

Ich bin dankbar für die Schönheit der Nacht .Meine Tankstelle ist die Milchstraße .In der Stille finde ich Antworten. Erst heute durfte ich wieder erleben, eine Tür schließt sich, zwei neue gehen auf. Nach einer Dekade von Unwegbarkeiten verunsichert es mich, aber ich ordne meine Sterne neu und freue mich auf das, was kommt.

Zaubergarten

 

Auf was habe ich mich eingelassen? Ich hatte mich zu einem Seminar angemeldet, um etwas Neues zu lernen. Etwas, von dem ich nur eine leise Ahnung hatte, ohne seine Mannigfaltikeit in seiner Ganzheit  zu kennen. Meine größte Herausforderung ist es gewesen, Menschen eine Woche lang den ganzen Tag zu begegnen. In der Zeit, die wir gerade erleben, eine Zeit voll Unsicherheit und Angst, und dem Wissen, das nichts bleibt, wie es einmal gewesen ist, habe ich mich mit meinem gesammelten Mut aufgemacht .Was ich nicht wusste, daß zu diesem alten Haus ein wunderschöner Garten gehörte. Ich durfte in diesem Zaubergarten zu Gast sein. Innerlich habe ich vor Freude geqietscht, als ich die Vielfalt der Schmetterlinge in ihm entdeckt habe. Ihre Artenvielfalt ist nicht nur in meinem Umfeld verschwunden. Welch eine Freude! Gefühlt ein Meer von filigranen Schönheiten, meist  unterwegs im Anflug auf die für sie, am allerschönsten duftende Blüte. Ein friedvoller Ort, angefüllt vom Geruch von Erde, Lavendel und dem zarten Duft von Kräutern. Sie haben mich kurz in die Gärten meiner Kindheit reisen lassen, die noch angefüllt  gewesen sind mit kindlicher Freude, Unbeschwertheit und Leichtigkeit. Viel später, in meinem eigenen Garten, habe ich fasziniert mit meinen eigenen Kindern, die Metamorphose von Schmetterling beobachtet. Aus Eiern wurden Raupen , die sich nach dem sie unseren Garten halb kahl gefressen haben Zum Leid meiner Gartennachbarn, auch den ihren. Meine Kinder und ich haben dieses Spannende Schauspiel vom einspinnen und schlüpfen beobachtet. Es hat gefühlt unerträglich lange gedauert, bis die Kokons sich öffneten und die Schmetterlinge schlüpften. Sie waren erst unscheinbar grau und erhielten erst ihre Farben und Zeichnungen, als ihre Flügel vom Sonnenlicht getrocknet waren. Sie spannten dann ihre Flügel und flogen davon, auf zu einer Blüte, um sich mittels iRüssel zu nähren. Was haben die Schmetterlinge mit dem Seminar zu tun? Nicht nur ich habe mich von den Inhalten einspinnen lassen. Ich kann nur für mich sprechen. Hinaus geschlüpft aus dem Seminarhaus bin ich mit einem  neuen Wesenskern,  konzentrierter, mit einer mir fast vergessenen Leichtigkeit und einem neuen  Lebensgefühl. Innerlich bin ich wie die Schmetterlinge unterwegs, verändere, sortiere aus: Verhaltensweis, Menschen, Dinge und es fühlt ich gut an, auch, wenn es mich erst einmal ein wenig verwirrt. Ich kenne niemanden, der es schafft, in ein paar Tagen seine Sterne zu zuordnen. Es bedarf ein wenig Geduld mit sich selbst und anderen, die nicht verstehen, was sich in Dir verändert hat. Ich verstehe es ja manchmal auch nicht

 

Hamburg Dulsberg im August 2021 Nicht klar strukturiert zu sein hat seine Tücken. Zum ersten Mal wie Scarlett O`Hara im Film „Vom Winde verweht“ zu fühlen und sagen zu können: „Es ist so

Auf den Flügeln der Musik ein Wanderer durch die Zeit

 

Ich habe mich eine Woche lang der Großstadt entzogen, um in die Welt der Klänge einzutauchen. Gelandet bin ich am Fuße des Teutoburger Waldes, im Wiehen Gebirge. Angekommen in dem kleinen Ort wurde ich von einer unglaublichen Stille empfangen und einer Dunkelheit, die Dir fremd geworden ist, wenn Du aus einer großen Stadt kommst. Beschenkt wurde ich mit einem funkelnden Sternenhimmel und unglaublich vielen Sternschnuppen. Der Anblick des Nachthimmels und seinen Zauber, haben mich umgehend die beschwerliche Anreise vergessen lassen. Nur sein und genießen. Als mir am nächsten Tag die Tür zur Klangwelt und mir noch unbekannten Menschen geöffnet wurde, war mir nicht bewusst, daß ich meiner Vergangenheit auf einer anderen Ebene noch einmal begegnen würde. Die Klänge  haben mich auf ein Stück meines Seelenweges geführt, den ich schon längst als bearbeitet geglaubt hatte. Ich habe nicht gedacht, daß ich noch in T rauer sein könnte. Durch die Musik ist mir klar geworden, daß ich mir nicht die Erlaubnis gegeben habe zu trauern. Der Grund dafür waren Scham, Schuldgefühle und die Vorwürfe, die ich mir gemacht habe. Trauer ist ein Zyklus, der seinen eigenen Weg durchlaufen darf. Der Klang Teppich, der mich sechs Tage lang umgeben hat, schenkte mir meinen inneren Frieden. Jeder von uns  hat seine eigene Bestimmung, das Erlebte zu klären. Fehlt Dir eine gute Antwort, ist es schwer loszulassen, damit Du Dir selbst  vergeben kannst. Danach wirst Du dann liebevoller mit sich selbst. Durch die Klänge bin nicht nur ich in meine innere Welt geschubst worden, in der das eigene Ego seine Wichtigkeit plötzlich verloren hat. Der ein oder andere Teilnehmer hatte daran zu knabbern, daß er die eigene Seele und Essenz gespürt hat. Zurück im Hier und Jetzt fühlt man, daß ein Spalt dieser Tür geöffnet bleibt. Es gibt kein Zurück  und kein Leben mehr ohne Klang. Sie ist wie eine schamanische Initiation. Sie wählt Dich aus; nicht Du bist es, der wählt. Dieser Weg macht Angst und schenkt Unsicherheit. Jeder, der diese Empfindungen zulässt, lässt seine alten Wurzeln zurück. Es fühlt sich an, wie ein Verlust von sozialer und kultureller Identität. Wir haben nur vergessen, daß es ein Teil unserer Evolution ist. Unsere bisherige konditionierte Realität  wechselt zu einem neuen Bewusstsein, daß nicht organisch gebunden ist. Der Weg, den Du jetzt gehst, ist sehr kostbar. Unsere Seele ist an keine Kultur oder an einen Stamm gebunden. Der verletzte Teil Deiner Seele ist der Katalysator  für diese Veränderung. Du lernst es, andere Fragen zu stellen. Deine innersten Verletzungen zu heilen, sind Dein Beitrag für die Gemeinschaft, weil Du so zu einer Brücke für Andere wirst, wenn Du Deinen alten Schmerz heilst. Wir Alle sind Eins. Die Welt des Klanges ist wichtig, wenn die Worte fehlen. Sie ist die Medizin, wenn Worte fehlen, um etwas auszudrücken. Jedes Leben ist wie eine Reise. Bleibe neugierig auf das, was Du hinter der nächsten Flussbiegung finden wirst, in Liebe und Freude.