Heute habe ich die Rede unseres Bundeskanzlers im Bundestag
zum kommenden EU Gipfel vernommen. Er hat über den guten Zusammenhalt und das
Zusammenstehen der Menschen berichtet und dafür gedankt. Er hat Rechenschaft
über Bundesausgaben abgelegt. Zu den 2,75 Milliarden im letzten Jahr, hat
unsere Regierung noch einmal 3,5 Milliarden draufgelegt, für den
Unterstützungsfonds für die Ukrainischen Flüchtlinge. Dieser diene dazu, die
Ukrainer in unser Sozialsystem zu integrieren, Kosten für Unterkunft und
Verpflegung werden übernommen. Unsere Länder und Gemeinden erhalten insgesamt
6,25 Milliarden.
Heute stehen im Bundestag noch einige Debatten an, u.a. zum
Demokratieförderungsgesetz und die Wahlrechtsreform, das bedeutet, wenn sie
positiv beschieden wird, dass die Grundmandatsklausel verabschiedet wird. Mit
dem Entsetzten über die auf intellektuellem Niveau geführten Debatten und den
verbalen Entgleisungen unserer Politiker, stelle ich meinen PC aus, genug
gehört; es reicht.
Einen Tag zuvor habe ich das Interview mit unserem
Gesundheitsminister gehört. Seine Erklärung, dass er um die Folgen der Impfung
nicht richtig informiert gewesen sei, weiter berichtete er über seine
Unterstützung bei der Forschung von Medikamenten, die Betroffenen helfen
sollen, die Impfschäden erlitten haben und Impfschäden sollen anerkannt werden;
mutiert zu ihrem Retter.
Unter dem Eindruck dieser Inhalte verlasse ich mein Haus.
Mein Kopf beschäftigt sich mit den Fragen von Recht und Gerechtigkeit
Unbeantwortet lasten sie auf meinen Schultern. Ich habe Fragen in mir, habe ich alles Gehörte richtig verstanden?
Fragen stellen ist nicht mehr opportun. Du bist ganz schnell rechts, warum?
Glücklicherweise
beschenkt uns das Wetter eine zögerliche Ahnung vom Frühling. Heute
nehme ich an der Demo „Friday for global Peace“ teil. Warum? Einer meiner
Gründe ist, dass mein Sohn hat mir berichtet hat, er wäre leer gehofft. Es
ginge immer nur um Macht, Geld und Stimmen. Ich stehe mit seinem Wissen auch
für ihn hier und widerstehe der Unvernunft und dem Hass, der gerade überall
angesagt ist, und der latenten Gewalt, gleich ob in Wort und Tat, die überall
spürbar wird. Im Friedensgefährt befindet sich Musik. Sie wirkt wie eine
Hausapotheke, denn Musik verbindet und spricht jede Sprache. Während der
Veranstaltungen ist ein Kennenlernen möglich, Gespräche, Austausch, auch um den
Frieden im Gespräch zum Herz eines Jeden tragen, der offen dafür ist. Es
funktioniert ohne Geschrei, Trommeln und Trillerpfeifen. Es ist eine schöne
Veranstaltung. Heute befinden sich mehr Besucher auf dem Platz vor dem Rathaus.
Ich habe nette Menschen getroffen und interessante Gespräche geführt. Ich fühle
mich nicht mehr so allein. Nur kurzfristig fühle ich mich als Bürger zweiter
Klasse,. Zwei Personen, die interessiert stehen geblieben sind, habe ich
gefragt, woher sie kämen.“From Ukraine“, lautete ihre Antwort. An einem
weiteren Gespräch waren sie nicht interessiert. Sie hatten sicher ihre Gründe.
Eine weitere Community, die sich mir zeigt. Auch sie Ukrainer werden unter sich
bleiben. So erlebe ich es mit anderen Community´ s seit Jahren in meiner
Nachbarschaft .Das fehlende Miteinander der unterschiedlichen Kulturen in
unserer Gesellschaft spaltet. Sie geben mir kaum Chancen, sie besser
kennenzulernen. Um 22 Uhr ist der große Platz wie leer gefegt. Wir packen ein.
Unser Friedensmobil hat mit Anlaufschwierigkeiten die Fahrt zum Rathaus
geschafft. Erwähnenswert ist auch, dass mit vereinten Kräften der Motor wieder angesprungen ist. Die Zuversicht des
Fahrers hat das Gefährt wieder sicher nach Hause gebracht. Das nenne ich
Einsatz!
Auf dem Platz erlöschen Laternen und die Beleuchtung der
Bushaltestellen. Es ist still und
einsam. Es ist jene Art von Ödnis und Stille, die plötzlich den Raum schafft,
für Italo Western, die mich allein an der Bushaltestelle stehend, beschleicht.
Es fehlen lediglich die über die Straße getriebenen Büsche. Ein seltsames
Gefühl beschleicht mich und ich bin froh, als der aus seinem Takt geratene Bus,
die Haltestelle doch noch anfährt. Diese Situation lässt mich Hamburg´ s Plan
zur 15 Minuten Stadt besser verstehen. Die Bürgersteige sind hochgeklappt, dieser Stadtteil ist leer. Bitte
verlassen sie diesen Sektor.
Dieses Gefühl konnte ich in diesem Stadtteil lassen. Ich bin
froh, über das Gemeinschaftsgefühl, das in mir entstanden ist und freue mich
auf den nächsten Freitag. Die Bezeichnung der Wochentag währt doch auch schon
zu lange(?) Werde ich doch einmal verwegen. Sollten wir beantragen ihn in
„Freutag“ zu ändern?