Mittwoch, 16. August 2023

Mein Sahnhäubchen

 

In Zeiten, in denen ich es kaum etwas gibt, an dem nicht nur ich mich festhalten kann, sind die Jahreszeiten meine Konstante geworden. Wie in jedem Jahr freue ich mich im August auf die Perseiden Schauer. Wenn die Temperaturen und der Nachthimmel es zulassen, sitze ich liebend gern nachts draußen, und träume mich in den Himmel hinein. Das Licht der Dämmerung überzieht alles mit einem sanften, goldenen Schimmer. Es sieht zauberhaft aus. Sternschnuppen Zeit ist die Zeit für Wünsche, verbunden mit der Hoffnung, dass sie in Erfüllung gehen. In diesen Nächten ist der Himmel für mich eine Bühne, die mir ein einmaliges Schauspiel schenkt. Fällt mein Blick auf einen dieser Himmelsboten, wird er mit einem Wunsch von mir versehen, auf seine Reise durch das Universum geschickt. Die Geschichten, die der Himmelszauber mir dann zeigt, verwahre ich und setzte sie in der dunklen Jahreszeit in Bilder um. Es sind sehr eigene Bilder, erzählen sie doch das, was ich mit meinen Worten nicht ausdrücken kann. Diese Nächte schaffen es, meinem Herzen Flügel zu verleihen, weil meine Seele eine kleine Wegstreck mit den Himmelsboten reist. In diesen Nächten bleibt es nicht unbemerkt, dass es langsam auf den Herbst zugeht. Nein, es ist keine Wehmut in mir. Es ist eine Vorfreude auf die herbstlichen Farben, die sich zeigen. Ebenso der Duft, der dann in der Luft liegt, von Werden und Vergehen. Immer verbunden mit der Gewissheit, es ist nur eine kurze Zeit der Kontemplation, die dann vor uns liegt. Lachend bezeichne ich die Zeit als eine Art von Winterschlaf, der angefüllt ist mit den schönen Bildern, die ich das Jahr über gesammelt habe. Gewiss ist, das nächste Frühjahr kommt bestimmt; mit oder ohne Sternschnuppen und meine gesammelten Vorräte reichen. Heute hat der Himmel beschlossen, die Vorstellung fällt aus. Aber Morgen kommt wieder eine Nacht.