Sonntag, 13. Dezember 2020

Dezember 2020

Ein denkwürdiges Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ich habe gelernt, zu lesen, was die Leute sagen, aber nicht meinen und meine rosarote Brille ging verloren; bin auf Offenheit getroffen. In mir ist mehr geöffnet worden, als nur meine Augen. Wir zahlen gerade einen hohen Preis für unseren Fortschritt. In unendlich vielen Gesprächen in diesem Jahr, nicht nur während meiner Straßenkunst Aktionen, wurde der Wunsch nach mehr Miteinander, Gemeinschaft und Partnerschaften laut ausgesprochen. Was macht es uns immer noch so schwer Bündnisse und vertrauenswürdige Partnerschaften einzugehen? Zugehörigkeit ist das Gefühl aufgehoben zu sein, der Wunsch mit der Sehnsucht nach Geborgenheit. Im Nebel der Stille aufzuwachen ist nicht angenehm. Was ist aus uns geworden? Was sind wir? Was glauben wir? Z. Zt. gibt es keinen Kompass für verwirrte und verirrte Seelen, nur Irrlichter. Es fehlt vielen Menschen an Klarheit, Zukunftsorientierung und Perspektiven." Wie kann ich mich im Leben anders ausdrücken, als durch Konsum?" Das scheint die größte Frage zu sein. Ohne die Bereitschaft durch die ureigene Angst und den Schmerz zu gehen, ist kein Wachstum möglich. Nur das, was wir angeschaut haben, geht. Mein Leben ist geprägt durch Fromm `s Schriften: Haben und Sein(Ich bin, was ich bewirke) und die Kunst des Liebens( Wichtigkeit, Geduld, Disziplin und Konzentration).Jeder einzelne von uns hat es in der Hand, ob er Gewinner oder Verlierer in diesem Gezeitenkrieg ist.. Ich wünsche jedem die Kraft zum Handeln und Lösungen finden, auch, wenn Veränderungen weh tun. Vergesst nie:"Iin einem Kopf voller Angst findet sich kein Raum für Träume". Gerade werden viele Orakel im Internet angeboten. Ich halte es mit dem I Ging: Alles ist Wandlung, nichts bleibt.

 

 

 

 

 

Danke an Elmar für Unterstützung , Geduld, Zuhören, u.v.a.m.

Mein Danke für dieses Jahr gilt auch all meinen Lesern und Gespr#chspartnern für das seltene Geschenk der Offenheit.

 

Der Stiefel

Heute schreiben wir den 6.Dezember 2020.Ich sitze an meinem kleinen Tisch in der Küche. Vor mir steht ein kleines weißes Häuschen, etwa zehn cm groß, mit Beleuchtung. Heute haben mir einige Mitmenschen einen gut gefüllten Nikolausstiefel gewünscht  und alles Gute für den bevorstehenden und geplanten Krankenhausaufenthalt;-das ist in dieser eigenartigen Zeit ein Abenteuer. Da bin ich schon bei meinem Thema. Alles ist organisiert und vorbereitet, mehr geht nicht. Jetzt wurde der Termin verschoben. So müssen sich Sportler fühlen, die gut vorbereitet  am Start stehen. Der Startschuss fällt nicht, weil die Veranstaltung plötzlich abgesagt  wird. Enttäuschung füllt meinen Bauch aus, wie ein wachsender Stein. Er wird leichter, als die Tränen fließen und ich Schokolade und Lebkuchenherzchen knabbere, die für den Krankenhausaufenthalt vorgesehen sind. Bei genauerer Betrachtung passt es zu diesem Jahr. Leben ist ein  ständiger Übergang und ist nicht planbar. Angezeigt sind jetzt loslassen und hineinfallen lassen im Vertrauen, daß alles, was jetzt kommt gut und richtig ist, warum auch immer. Die Botschaft meines Stiefels habe ich verstanden, auch die des kleinen Häuschens vor mir auf dem Tisch. In der Dunkelheit des Tages strahlt es Geborgenheit aus. Steht sie für das Miteinander zwischen mir und der Schenkenden. Danke. Sie gehört zu den Menschen, nach denen ich Ausschau gehalten habe. Menschen, die mich bereichern, weil sie als Verrückte so leben, so  verrückt reden, alles auf einmal wollen, nie gähnen oder Phrasen dreschen, sondern brennen, brennen, wie Fackeln  in der Nacht, wie ich(dieser Satz wurde schon von größeren Menschen, als mir niedergeschrieben).Selten habe ich mich mit so wohliger Wehmut und grenzenloser Freude über einen Nikolausstiefel gefreut und das aus tiefstem Herzen. Ich danke den Fackeln auf meinem Weg für ihr unglaublich schönes Strahlen.

 

 

 

 

 


Danke: Bianca, Claudia, Daniela, Elmar, Hamou, Jonas, Kirsten, Thomas, Regina

Hamburg-Dulsberg 2020

 

 

 

 

 

Montag, 23. November 2020

 

 

 

Theater des Lebens

Dieses Jahr und diese Zeit bewegen nicht nur mich extrem. Der aggressive Ton in unserer Gesellschaft bestürzt. Wir Menschen werden für dumm gehalten, Selbstverantwortung wird uns abgesprochen. So verwundert es mich nicht, daß diese infantile Bedürfnisbefriedigung, Macht und Kontrolle auszuüben, auch im persönlichen Umfeld sich widerspiegelt Nicht nur mir ist aufgefallen: in fast jedem Umfeld befindet sich immer eine Gruppe Menschen, die Du kennst. Diese Gruppe hat immer die gleiche Zusammensetzung: einer mit einem einfachem Gemüt, ein Dummschwätzer nebst seinen Claqueuren, Abhänge von was auch immer, in unterschiedlichen Stadien ihres Bewusstseins, und ein Impulsgeber. Der Impulsgeber ist immer der Blitzableiter für die anderen Gruppenteilnehmer. Er wird von denen beschimpft, die in ihrem Leben außer ihrem Mund, noch nie etwas bewegt haben, so können sie auch keine Fehler machen .Sie gestikulieren laut und berichten von ihren großartigen Taten, wollen Dich überzeugen, daß ihre Meinung die richtige ist. Kaum einer macht es bewusst. Sie arbeiten daran, Recht zu haben, damit der Impulsgeber aufgibt und  sie recht behalten. Es ist schwer, dann Liebe und Lust für gemeinsame Projekte aufrecht zu erhalten. Wir sehen eine Gruppe von verletzten Kindern jeglichen Alters, die keine Verantwortung für ihr Handeln und Leben übernehmen wollen. Die Schuld haben andere. Meine Bitte an die Impulsgeber: Gebt nicht auf!  Stellt Euch die Frage:“Was steckt hinter diesen vermeintlichen Vorwürfen? Fragt Euch: „Was hat es mit Euch zu tun?“ Ihr werdet feststellen. Nichts! Ihr seid sensibel. Auch das lasst Euch nicht vorwerfen! Die Richter in dieser Runde besitzen ein Herz aus Holz oder Stein, Du nicht! Auch steht es ihnen nicht zu, Dich zu verurteilen. Wir Menschen können so viel. Sie schenken ihrer Ängsten und Traurigkeit den größten Raum. Die bedingungslose Liebe, die Ihr mitgebracht habt, wird nicht wertgeschätzt, ohne Inspiration entsteht kein liebevolles Wachstum im Miteinander für dich. Die Gruppe steht für Stillstand, statt Wachstum. Ihr werdet auf die richtigen Menschen treffen, mit denen ein Miteinander in der Welt von morgen möglich ist. Ich weiß, es fühlt sich in solch einer Runde an, als wäre eine Zahnbehandlung gerade zu Ende. In diesen Zeiten stehen wir mit beiden Beinen in zwei Welten, der gestrigen und der von morgen, die Ihr mitgestaltet. Fragt Euch, wer seid ihr ohne diese Sandburg und wofür lebt Ihr? Du bist die Hoffnung und die Gegenwart, mit einer Vision, die andere nicht haben. Es ist schön, Ihr seid hier. Glaubt mir, wir sind viele und meine Hoffnung ist begründet. Es ist ein wunderbares Leben, das wir haben. Ein weiser Mann hat einmal gesagt:“Wer loslässt, hat beide Hände frei.“

 

Dulsberg, September 2020 Ein Gespräch während einer ungeplanten Nachlese mit älteren Teilnehmern von Kunst im Hof. Das miteinander Lachen war großartig. Nicht nur ich möchte nch vorne schauen und nicht zurück.

 

 

                                 Musik

 

 

Ich erzähle eine kleine Geschichte über Musiker.

Musik ist das faszinierendste, was die Menschheit hervorgebracht hat.

Zwei sich noch unbekannte Musiker haben sich getroffen.

So fangen viele schlechte Witze an.

Hier kam es zu einer realen Begegnung.

Sie waren neugierig aufeinander und packten ihre Instrumente aus.

Beide gingen vorsichtig in Resonanz miteinander, mit einer wertschätzenden Bereitschaft zu geben und zu empfangen.

Ein Zwiegespräch, angefüllt mit einer Liebe und Leidenschaft, die sie immer weiter voranschreiten ließ.

Mit ihrem Spiel zauberten sie Bilder und Farben in Herz und Seele.

Eine wunderbare Medizin .

Musik ist eine Sprache, die jeder verstehen kann.

Sie verbindet, sie tröstet, weckt Erinnerungen, lässt uns lachen und weinen.

Musik schafft ein Miteinander.

Die Freude, die sie schenkt, ist ansteckend.

Ich war ein Teil dieser zauberhaften Begegnung und habe mich unglaublich reich beschenkt gefühlt.

 

 

 

 

Dulsberg, 14.März 2020

 

Memories are made of this

Ich habe mich davon überzeugen lassen, daß meine CD Sammlung nicht mehr zeitgemäß ist. Nun befindet sich meine gesamte Musik auf meinem Computer. Durch Mithilfe und viel Geduld eines lieben Menschen, habe ich diese nun auch wieder gefunden auf meinem Rechner und kann sie hören. Ein wenig wehmütig habe ich meine CD Sammlung in Kisten gepackt. Sie kommen erst einmal inden Keller. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meine Langspielplatten aus Platzgründen weggegeben habe. Mein Herz hat geblutet. Viele dieser Vinylscheiben habe ich auch bei Ausstellungen und kleinen Konzerten erstanden. Neu aufgelegt wurden sie nie. Oh, wie habe ich die liebevolle Covergestaltung der Schallplatten geliebt. Oft waren auf der inneren Hülle Texte, Bilder und Geschichten zu lesen. In der CD Generation hat man das auch versucht. Leider benötige ich mittlerweile zum Lesen dieser Informationen eine Lupe. Der zweite große Karton ist auch schon fast voll. Nein, entschlossen lege ich ein paar CD´ s heraus. Sie möchte ich nicht im Keller wissen. Ich halte gerade Stonehenge in der Hand. Dazu habe ich eine ganz besondere Erinnerung Die Schallplattenvorstellung habe ich 1980 im Hamburger Planetarium gehört und erlebt. Nach dreiunddreißig Jahren bin ich Anfang 2013 nach Hamburg zurück gekehrt. Als ich meine neue Arbeitsstelle angetreten habe, hatte ich plötzlich ein Lied aus dieser Platte in meinem Ohr, Sunrise. Ich habe die Musik lange nicht mehr gehört. Es war Januar und fünf Uhr morgens. Ich habe an der U Bahnstation Lattenkamp auf den Bus gewartet. Schnee ist vom Himmel gefallen und der Ort wirkte im Schein der Straßenlaternen unwirklich. Und es war still. Ich habe mich auf meinen Neustart in Hamburg gefreut und neugierig, auf das, was ich jetzt von Dorf kommend, hier in Hamburg erleben würde. Ich wache seit Jahren morgens mit einer mir ureigenen Hitliste im Ohr auf. So bin ich angefangen, auf jedem Flohmarkt nach dieser Platte zu suchen. Es gab sie noch nicht als CD, aber man konnte sie auf das Medium überspielen lassen. Im Dezember 2013 habe ich einen bezaubernden  britischen Weihnachtsmarkt im Baseler Hof besucht. Bei einer kleinen Pause an der Bar kam ich mit einem Besucher in ein längeres Gespräch. Irgendwann kam das Gespräch auf meinen Neuanfang in Hamburg und ich erzählte lachend von meinem Ohrwurm. Mein Gesprächspartner ist aufgestanden, zog seinen Hut und stellte sich vor. Aus seiner Jackentasche zog er eine CD mit dem mir unvergessenem Cover. Er war der Komponist und Erschaffer der musikalischen König Artus Legende; in die Jahre gekommen, genau, wie ich. Die CD war gerade frisch aus der Presse gekommen. Wir haben uns lange unterhalten Das Album wurde durch einige Lieder ergänzt. Jetzt ist die Geschichte nicht nur für mich vollständig. Auf dem Medium CD ist glücklicherweise mehr Platz. Ich war sehr gerührt, als er mir die CD schenkte.

 

 

 

Hamburg – Dulsberg im Oktober 2020.Ich habe den Umzug nach Hamburg nicht bereut. Für mich nach langer Abwesenheit ein Sonnenaufgang, an dem ich mich noch immer erfreue, und der mich glücklich macht.Danke Chris Evans