Donnerstag, 16. Juli 2020

Abschied ist ein leiser Schmerz



Am Freitag schaute ich mir das Balkonkonzert von Mike Manske auf dem Strassburger Platz an; Aufhänger war ein Treffen mit einem neu hinzugewonnen Menschen in meinem Leben.
Der ganze Tag wie auch die Woche waren wettertechnisch eher suboptimal, wie bestellt fand nicht nur das Konzert, sondern auch die Installation der Mme Mara von Dule im Trockenen statt.
Aufgrund der Musiktitel war ich melancholisch, traurig, nostalgisch und in Abschiedsstimmung: eine Freundin von mir bekam vor ca.6 Wochen das Komplettprogramm "Krebs" als Diagnose mit Aussicht auf nur noch verdammt wenig Lebenszeit....Ein Hospiz kam für sie nicht in Frage, sie wollte die Reise von Zuhause aus antreten.
Wir hatten uns schon vor 2 Wochen voneinander verabschiedet, sie wollte das so.


Nun spielt also Mike Manske "Come on Eileen", eins ihrer Lieblingslieder, mein Smartphone brummt, eine Nachricht einer anderen Freundin, die den Tag mit ihr verbracht hat: es geht ihr wirklich sehr schlecht...Ich lese, verarbeite, schaue hoch und in diesem Moment fällt die Abendsonne ins Kirchenfenster......
Ich habe ein Bild davon machen können, es läutet das Ende einer Lebensgeschichte ein...
Am Sonntag Abend hat meine Freundin ihre letzte Reise angetreten.
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Danke für Deine Geschichte Bianca,und dafür,dass ich Traurigkeit und Wehmut mit Dir teilen durfte.

Montag, 6. Juli 2020

Was ist Glück?


Bei einer meiner Street Art Aktionen bin ich mit einem älteren Herren ins Gespräch gekommen.
Von ihm kam die Anregung: “Fragen sie die Menschen doch nicht nach ihren Zukunftsvisionen, fragen sie sie, was ihnen fehlt.
So fragte ich ihn, was ihm fehlen würde in unserer Welt.
Er erzählte, er hätte den Krieg miterlebt.
Das Handeln und Leben vieler Mitbürger würde er nicht immer nachvollziehen können.
Alles muss grösser, schöner und teurer sein, als bei dem Nachbarn.
Seine Erkenntnis:
Den Menschen fehlt Demut und die Gabe, sich über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen. Einfach glücklich sein, dass es uns so gut geht.

Dann fragte er mich: „Was ist denn ihr größtes Glück ?
Ich musste nicht lange überlegen.
Mein größtes Glück war die Geburt meiner Söhne.
Er lächelte mich an. „Das könne er nachvollziehen“, bei ihm und seiner Frau wäre es trotz schwerer Zeiten ähnlich gewesen.
Er verabschiedete sich nach einiger Zeit und dankte für das Gespräch.

Er hat mich an das wunderbarste Gefühl erinnert, auf das ich nicht vorbereitet gewesen bin.
Die übermächtige Zärtlichkeit und die bedingungsloser Liebe, die plötzlich in dir ist, liegt dein Kind endlich in deinen Armen, auf das du so lange gewartet hast.
Es ist wie eine Verwirklichung von Einheit, die dich jeglichen Schmerz vergessen lässt.
Beseelt schmilzt jeglicher Widerstand dahin, der jemals in dir gewesen ist.
Plötzlich bist du in der Lage, dich dem Fluss des Lebens hinzugeben, dich ihm anzuvertrauen.
Dieses kleine Wesen, dass solange du es nährst, ohne dich nicht sein kann.
Diese Zeit vergeht viel zu schnell.
Dir wird auch bewusst, dass es Phasen im Leben deiner Kinder geben wird, wo du leidest und es schwer aushalten wirst, weil du ihnen nicht helfen darfst.
Denn in ihnen wohnt die Kraft, die du ihnen mitgegeben hast;
das Vertrauen in sie, das sie es auch ohne dich schaffen.
Es geht um ihr Wachstum.
Zurück bleibst du mit deinen ureigensten Unsicherheiten und Zweifeln, alles richtig zu machen, Hoffnungen und Wünschen und der bedingungslosen Liebe für sie.
Eine Form von Liebe, die ich jedem Menschen auf dieser Erde wünsche.
Sie ist existentiell.












Sonntag, 5. Juli 2020

Juli 2020 - Irgendwie ist alles doof

Aufregende und anregende Zeiten der Veränderungen, die wir gerade erleben.
Zum Thema Weltgeschehen will ich mich nicht äußern.
Wir Menschen scheinen in die Veränderung zu gehen.
Woran ich das fest mache?
In den letzten Tagen höre ich vermehrt von Freunden und Bekannten, dass sie sich komisch fühlen.
Leider nicht im Sinne von Lachen, eher mit Verwunderung und Bestürzung.
Eigentlich geht es mir gut und ich bin glücklich“, ist der Satz, den ich von beiderlei Geschlecht zu hören bekomme.
Wenn es drei Personen so geht, registriere ich es. Werden es aber so um die zwanzig, glaube ich nicht mehr an Zufälle.
Ich betreibe dann Innenschau und beobachte aufmerksam.
Hin und wieder hilft der Zufall. Jemand, der mich gut kennt, äußerte in einem Nebensatz: “Du bist aber im Moment ganz schön sensibel und verteidigst Deine Grenzen.
Später bin ich in mich gegangen und habe mich gefragt: „Ist das wirklich so?
Ja, da ist sie wieder, die Amazone in mir, den Köcher mit frischen Pfeilen bestückt auf der Schulter, den Bogen in der Hand, bereit zum Angriff.
Upps, danke für die Offenheit, wähnte ich mich auf dem Pfad des Friedens.
Innenschau ist nicht immer einfach und schmerzt hin und wieder.

Die Ursache könnte auch woanders zu finden sein.
Ein Blick auf das Programm des Planetariums erzählt mir, der Mars steht am Himmel und bestimmt über uns und unsere Welt, ein kriegerischer Aspekt.
Ich habe es nicht so mit der Astrologie, nutze hin und wieder aber die Numerologie, um mir mein Leben zu erklären.
Das Jahr 2020 steht für unsere Wurzeln und unsere Prägungen, mit denen wir in die Welt gegangen sind, und sie jetzt schmerzlich spüren.

Freut euch, dass ihr eure Gefühlen benennen könnt.
War es in den letzten Jahrzehnten angesagt, sie zu beseitigen.
Die Masken dürfen fallen. Geht durch eure Gefühle durch, das sich ungeliebt fühlen, wertlos, nicht gesehen werden, Wut, Trauer...
Versucht sie als Schatz in Euch zu sehen, der Gold wert ist.

Sensibel zu werden, macht jeden von uns zu einem mitfühlenden Individuum.
Wenn es das ist, was unser Miteinander für morgen braucht, lasst uns zu einer Verbrauchergemeinschaft werden.

Ich wünsche jedem, dem es gerade so geht, eine Zeit voller Sinnlichkeit und die Kraft, Frieden mit dem zu machen, was dich bewegt.

Mir wünsche ich, dass ich überlege, bevor ich den Bogen in die Hand nehme.







Gebrauchanweisung für mich - Tanze im Regen, fliege im Sturm


In einem Gespräch mit Paulus erfuhr ich von ihm, dass ich eine Person wäre, vor der man Angst hat.
Er erklärte auch gleich, warum.
Ich würde von innen nach außen leben, vertrete meine Standpunkte, ein wahrhaftiges, kraftvolles Selbst.
Andere würden Drogen nehmen, um so zu sein.
Ich wäre von Natur aus so.
Ich hätte nie die Opferrolle und würde Lösungen finden.
Ich musste kurz überlegen.
So hat es noch nie jemand auf den Punkt gebracht.

Das, was Außenstehende nicht sehen können, ist meine Zerbrechlichkeit.
Es erfordert Mut immer ehrlich zu sich selbst und anderen zu sein.
Mein Leben gestaltet sich durch meine Einstellung auch nicht immer einfach.
Habe ich den Anspruch an mich, mir und anderen liebevoll, ehrlich und mit Achtung zu begegnen.

Ich bin nicht auf dieser Welt, um anderen zu gefallen.
Mir begegne ich mehrfach am Tag im Spiegel.
Ich möchte nicht selbstgefällig auf mich sehen oder mit dem Gewissen mich verbogen zu haben.
Auch ich kenne Angst, Depression, Wut, Selbstzweifel, Hoffnungslosigkeit, kreatives Selbstbeschimpfen...

Ich habe nur dieses eine Leben.
Meine Erfahrungen haben mich zu dem gemacht was ich bin.
Und auch ich habe nicht immer sofort und richtig gehandelt.
Ich bin der Gestalter meiner Welt.
Mein Leben möchte ich nicht in Angst verbringen, habe das Anrecht auf Liebe und Glück.
Keiner hat das Recht, mich aus welchem Grund auch immer, schlecht zu behandeln. Das lasse ich nicht zu, denn ich weiss um meinen Wert.
Das kann ich ohne Hochmut von mir behaupten.

Das Gespräch lässt mich das sie mich die Missgunst anderer Mitmenschen besser verstehen.
Werde weiter daran arbeiten jeden Tag ein wenig besser zu werden, im liebenden und dienenden Miteinander sein.
Im Nachsinnen erfüllt es mich ganz leise mit einem Hauch von Stolz, dass es, wie es scheint, keine Schublade gibt, in die ich hinein passe.

Warnung:
Überlege dir gut, wenn du dir authentische Menschen in deinem Leben wünscht, ob du sie aushalten kannst!
Du könntest jemanden wie mir begegnen.