Mittwoch, 29. November 2023

Guten Morgen schöner Fremder!

 

Guten Morgen schöner Fremder

Heute Morgen ist es eigentümlich still. Warum? Die Welt trägt heute ein frisches Kleid. Es ist Schnee gefallen. Er bedeckt die Straßen und Gehwege; die herab hängenden Zweige von Bäumen und Sträuchern sind üppig von dem Schnee dekoriert. Der Schnee dämpft die Geräusche in der Stadt. Ein wenig fühlt es sich an, als hätte man wie beim Schwimmen, Wasser in den Ohren. Die Luft riecht herrlich frisch, die Kälte ist weniger spürbar, als in den letzten Tagen. Hat sich mein Körper endlich auf Winterzeit umgestellt? In diesem Moment ist es mir gleichgültig. So früh am Tag ist der Schnee noch sauber. Das Glitzern und Funkeln lässt im Schein der Straßenlaternen, den Tagesbeginn doch magisch erscheinen. Das strahlende Weiß, das  nur entsteht, wenn die blaue Stunde langsam dem Tag weicht, bringt mir den Zauber meiner Kindheit zurück. Mein Herz erinnert sich an die Vorfreude, wenn nach dem Schulschluss Schlittenfahren für den Nachmittag geplant werden konnte. Vor meinem inneren Auge entstehen die von Kälte geröteten Gesichter, tropfende Nasen, nasse Stiefel und Handschuhe. Das einfach Glücklich fühlen, inmitten wilder und hemmungsloser Schneeballschlachten. Eiszapfen, die bizarre Bilder an Regenrinnen und Regenrohren entstehen lassen. Ein Zapfen, herausgebrochen aus dem Kunstwerk, hat auch ohne Zitrone und Schoko herrlich geschmeckt, wenn ich an diesem hingebungsvoll gelutscht habe. So schmeckt nur der Winter. Die Kohleheizung in unserer Wohnung hat dafür Sorge getragen, dass die schönsten Eisblumen auf unserem Fenster gewachsen sind. Pflegeleichte Blüten, die verschwunden sind, wenn wir unsere Nasen am Fenster platt gedrückt haben, wenn andere Kinder länger im Schnee bleiben durften. Es war so unendlich ungerecht. Vom Fenster aus mussten wir zugesehen, wenn die größeren Kinder nach Einbruch der Dunkelheit eine Eisbahn zum Schlittern gebaut haben. Plötzlich habe ich einen leichten Geruch von Fliederbeer Saft in der Nase, den es vorsorglich nach dem Spielen im  Schnee, gegeben hat; oder Milch mit Honig. Die Hut auf der Milch empfinde ich heute noch als eklig. Hach, der Winter ist ebenso schön, wie der Sommer. Nach dem Erreichen des Bahnhofs stelle ich fest, ich stehe nicht alleine am Gleis. Es zaubert mir ein Lächeln in mein Gesicht. Jemand hat sein inneres Kind wiedergefunden und einen kleinen Schneemann gebaut. An der Bahnsteigkante stehend, wartet er beharrlich wie ich, auf den Zug. Zur frühen Stunde hat der Winter mir seine für mich schönsten Seiten gezeigt. Noch ist der Tag frisch und unverbraucht, wie der frisch gefallene Schnee und ich bin gespannt, was er noch für mich bereit hält. Der Zug fährt in den Bahnhof ein, tschüs Schneemann. Ich wünsche Dir, dass Dein Charme auch andere Mitreisende erreicht. Mir wünsche ich Mitfahrende, die heute einfach schweigen, damit ich meinen Gedanken noch ein wenig nachhängen kann. Ich weiß auch um die andere Seite des Winters. Den Kindern wünsche ich heute Schneefrei und allen Anderen Schutz auf ihren Wegen.           

Hamburg im Dezember 2023, es schneit weiter. Ob ich einen Mitmacher finde für einen gemeinsamen Schneemann? Schön wär´s.

Dienstag, 31. Oktober 2023

Hallo Feurwache 9 in D.!

 

 

Danke für die Rückmeldung zu meiner kleinen Geschichte. Deine Anmerkung, dass es einer gehörigen Portion von Mut bedarf zu feiern, obwohl man weiß, keiner kommt; kann ich entgegen setzen, ich stehe zu den Dingen, auch, wenn ich alleine stehe. Ich habe dieses eine Leben. Ich betrachte es als meine Aufgabe, mir die Zeit zwischen Geburt und Tod, so schön, wie es mir möglich ist, zu gestalten. Menschen, die nicht mitfeiern möchten, haben sich entschieden. Es ist eine Haltung, die ich respektiere. Es scheint ihnen besser zu gehen, wenn sie hässlich und schäbig zueinander sind. Sie tun mir leid. Nicht im Sinne von mitleiden. Beobachte ich sie, bemerke ich, was ich schon alles auf meinem Lebensweg bewältigt habe. Höre ich Vögel singen, pflanze ich Bäume und Sträucher, und kaufe keine Käfige. Es ermutigt mich, dass mittlerweile in anderen Städten eine halbe Millionen Menschen auf die Straßen gehen, die für Liebe und Frieden einstehen. Hier in Hamburg sind wir zu Fünft. Die Welt arbeitet gerade für uns, auch wenn es nicht ersichtlich ist. In unseren wirren Zeiten finden Menschen im Äußeren keinen Halt mehr. Sie sind dann gezwungen, nach innen zu gehen. Gandhi hat einmal gesagt:“ Erst lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du.“Ich habe heute einen schönen Satz gefunden, den ich als Schlusswort nutzen möchte.“ Wenn Liebe und Frieden in dir ist, hast du kein anderes Bedürfnis sie zu leben.“  Jeder Einzelne in meinem engen Umfeld hat diese Haltung und wir sind ansteckend.

Sonntag, 29. Oktober 2023

Ein Kelch voller Zuversicht

 

Die Welt spielt gerade verrückt. Die Dunkelheit klopft an. Es liegt sicherlich nicht an der partiellen Mondfinsternis. Man berichtet, in jeder Dunkelheit würde sich ein kleiner Lichtstrahl befinden. Eine Option wäre es, darauf zuzugehen. Leider küsst die Weisheit nicht jeden Menschen. Ich möchte nicht überheblich erscheinen. Mir fällt es einfacher zu lieben, als zu hassen. Liebe ist zärtlich, weich, die Hingabe an das Leben; ein mächtiges Gefühl, welches mich unendlich reich macht. Mir sind so unendlich viele Menschen begegnet, die mit bedingungsloser Liebe nicht umgehen können. Mit einer Form der Liebe, die nichts erwartet. So wird sie meist als manipulativ empfunden. Jeder, der so empfindet, darf sich die Frage stellen, ob es wirklich wahr ist. Versteckt sich eventuell auch eine Angst dahinter? Angst vor Enttäuschung, Verletzung, fehlendes Vertrauen in sich und Andere, einlassen? Ist es aus diesem Grund einfacher, zu hassen? Was verbirgt sich hinter dem Hass, wenn man ihn weglässt? Hervor kommt dann der Schmerz, der nicht gesehen werden möchte, Wut und nicht geweinte Tränen. Warum prüfen Menschen so selten, ob der Schmerz weniger wird, wenn man ihn zulässt? Wäre es ein ehrlicherer Umgang mit sich selbst und anderen? Hass verbittert, wenn er zu lange gepflegt wird. Dazu bedarf es einer gewissen Bereitschaft zur Offenheit; und der Glaube an das Gute im Menschen. Nicht vor der Tür des Anderen kehren. Die große Zahl der Menschen ist egoistisch. Das Leben schenkt uns täglich hunderte von Geschichten zu diesen Themen. Währen Krieg, Hass und Abwertung nicht schon lange genug? Warum feiern wir nicht das Leben gemeinsam, als wäre es ein Fest? Ich bitte um Ideen.

Mittwoch, 16. August 2023

Mein Sahnhäubchen

 

In Zeiten, in denen ich es kaum etwas gibt, an dem nicht nur ich mich festhalten kann, sind die Jahreszeiten meine Konstante geworden. Wie in jedem Jahr freue ich mich im August auf die Perseiden Schauer. Wenn die Temperaturen und der Nachthimmel es zulassen, sitze ich liebend gern nachts draußen, und träume mich in den Himmel hinein. Das Licht der Dämmerung überzieht alles mit einem sanften, goldenen Schimmer. Es sieht zauberhaft aus. Sternschnuppen Zeit ist die Zeit für Wünsche, verbunden mit der Hoffnung, dass sie in Erfüllung gehen. In diesen Nächten ist der Himmel für mich eine Bühne, die mir ein einmaliges Schauspiel schenkt. Fällt mein Blick auf einen dieser Himmelsboten, wird er mit einem Wunsch von mir versehen, auf seine Reise durch das Universum geschickt. Die Geschichten, die der Himmelszauber mir dann zeigt, verwahre ich und setzte sie in der dunklen Jahreszeit in Bilder um. Es sind sehr eigene Bilder, erzählen sie doch das, was ich mit meinen Worten nicht ausdrücken kann. Diese Nächte schaffen es, meinem Herzen Flügel zu verleihen, weil meine Seele eine kleine Wegstreck mit den Himmelsboten reist. In diesen Nächten bleibt es nicht unbemerkt, dass es langsam auf den Herbst zugeht. Nein, es ist keine Wehmut in mir. Es ist eine Vorfreude auf die herbstlichen Farben, die sich zeigen. Ebenso der Duft, der dann in der Luft liegt, von Werden und Vergehen. Immer verbunden mit der Gewissheit, es ist nur eine kurze Zeit der Kontemplation, die dann vor uns liegt. Lachend bezeichne ich die Zeit als eine Art von Winterschlaf, der angefüllt ist mit den schönen Bildern, die ich das Jahr über gesammelt habe. Gewiss ist, das nächste Frühjahr kommt bestimmt; mit oder ohne Sternschnuppen und meine gesammelten Vorräte reichen. Heute hat der Himmel beschlossen, die Vorstellung fällt aus. Aber Morgen kommt wieder eine Nacht.

Freitag, 16. Juni 2023

Happy Birthday


Vor kurzem hatte ich Besuch von Bjarne. Er hat heftige Sehnsucht nach dem Meer verspürt. Auf dem Weg zum Meer, hat er einen kurzen Stopp bei mir eingelegt. Wir haben uns auf das Wiedersehen gefreut. Unsere erste Begegnung ist knapp zwei Jahre her. Kennengelernt haben wir uns auf einem Seminar. Bei einem abendlichen Bier haben wir schnell Gemeinsamkeiten auf unseren Lebenswegen festgestellt. Unsere Ausbildung in Sachen Musik, um Anderen zu helfen zu können, macht man zuerst für sich selbst. Seit der Zeit ist Bjarne öfters bei mir zu Besuch gewesen und zu einem Bruder im Geiste geworden. Ein Bruder, den ich mir schon lange gewünscht habe. Mir fehlt oft die männliche Sichtweise. Bjarne hat sich verändert. Die letzte Zeit hat ihn bewusst durch die Höhen und Tiefen seines Lebens gehen lassen; Zweifel und Konditionierungen ausgeräumt. Er hat mutig in den Spiegel geschaut, und sich immer mehr selbst entdeckt. Es war alles schon da, seine Neugierde und Lust auf das Leben, farbenfroh, vielfältig und in sich ruhend. Mittlerweile sind wir uns Lebensbegleiter geworden, können viele Dinge miteinander teilen. An dem Tag hat mich Schönheit und reine Essenz besucht. Danke, dass Du sie mir gezeigt hast. Für Deinen heutigen Tag wünsche ich Dir, dass alles in Erfüllung geht, was Du Dir wünschst. Du hast es verdient. Heute schicke ich Dir eine herzliche Umarmung aus dem Norden und freue mich schon jetzt, auf das nächste Mal.