Montag, 29. Dezember 2025

27. Dezember 2025 in Hamburg

 

27.Dezmber 2025 in Hamburg

Ich habe keine Milch mehr zu meinem Kaffee. Für den für mich richtigen Start in den Tag, ist der Gang zum Supermarkt nun leider unumgänglich. Vorgenommen hatte ich mir, bis zum Jahresende nicht mehr vor die Tür zu gehen. Ich bin noch angefüllt von Weihnachten, angefüllt mit Liebe, guten Gesprächen, Spielen und viel Lachen Ich hätte es noch gerne länger in mir bewahrt. Am Straßenrand liegen die ersten entsorgten Tannenbäume. Ich erinnere mich an meine Kindheit und an die meiner Kinder. Nach Neujahr wurde der Tannenbaum geplündert. Das bedeutete Kerzenhalter und Kugeln wurden entfernt und sorgsam für das nächste Jahr verpackt. Dann hingen nur noch Zucker Kringel, Nüsse und Schokolade im Baum. Das Fest nach Neujahr. Wir Kinder durften  den Baum dann plündern, um ihn dann in kleine Stücke zu sägen und im Ofen zu verheizen. Es hat herrlich gerochen nach Tannengrün und das knacken und singen des Holzes erklang im Zimmer. Die letzten begehrten Süßigkeiten der Weihnachtszeit  wurden geteilt und behandelt, wie ein Schatz. Nun weht der Wind die achtlos an den Straßenrand gelegten Bäume auf die Fahrbahn. Einige Menschen schaffen es, das schönste Fest des Jahres schnell abzuhaken, Im Supermarkt ist alles was mit Weihnachten zu tun hat, auf zwei Gondeln verteilt. Im Preis reduziert, endlich auf Vorjahresniveau. Ältere Nachbarn umkreisen diese Gondeln.  Die Rente ist noch nicht da, aber Lebkuchen Herzen und Dominosteine locken und schmecken auch noch nach Weihnachten. Alte, durch Arbeit gezeichnete  Hände legen den Ministollen zurück. Ich lege ein paar Ministollen zu meiner Milch in den Einkaufswagen, Dominosteine und Lebkuchen. Die leeren Regale im Supermarkt warten darauf, mit allerlei Kram und Böller für Silvester, gefüllt zu werden. An der  Kasse fällt mein Blick auf den Ständer mit den Tageszeitungen. Auf der ersten Seite die wichtigsten Botschaften der Weihnachtsansprachen von Politikern. Sie verheißen für uns Bürger nichts Gutes für 2026.Sie plündern die Kassen unseres Landes weiter. Die Rentenkasse, Krankenversicherung an deren Topf sie sich bedienen und nicht wieder auffüllen. Stopp 1Wie war es mit dem Bewahren des wohlig warmen Weihnachtsgefühls? So warte ich vor dem Supermarkt auf die älteren Nachbarn, die ich beobachtet habe. Ich  habe jeden angesprochen und gefragt, wie es ihnen ginge. Weil wir uns vor Weihnachten nicht gesehen hätten, hätte ich noch etwas für sie. Ich weiß, es ist gemein diese Leute ein wenig zu verwirren. Das strahlen ihrer  Augen zeigt  mir, auch für sie ist Weihnachten noch nicht abgehakt.

 

Hamburg Dulsberg 2025 Das, was ich im Alltäglichen erlebe lässt mich nicht ruhen, aufgrund von Ungerechtigkeiten in meinem Land, den Mund zu halten. Ich bin nicht mehr bereit arm gespart zu werden, für Menschen, die mich verabscheuen.

Freitag, 12. Dezember 2025

Pakete, Pakete

 

Ob Black Friday Weeks oder Weihnachten; der Dienst der Deutschen Post ist unterirdisch. Der Service, natürlich digital, funktioniert partiell. Die Postbank ist eine Bank und den Nachsendeantrag für den Umzug habe ich bei Edeka erhalten, am Tresen für Lotto, Tabak und Postdienstleistungen. Das Ganze als echten Schnapper, für 31,50 Euro Der Hinweis des Postmitarbeiters, als ich nach dem Nachsendeantrag gefragt habe war äußerst charmant. Seine Antwort:“Lesen Sie das Schild hinter mir? Da steht Postbank.“Hier gibt es Bankleistungen. Das Traurige an den Dienstleistungen ist, das ein berittener Bote sicherlich schneller wäre, und ein Sack Hafer günstiger, als die Gebühren. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die fast ihr gesamtes Leben im Internet bestellen und dann nicht zu Hause sind. Heute bin ich liebevoll bedacht worden. Der Paketbote klingelte an meiner Tür. In einem hat sich eine wunderbar wärmende Jacke befunden, die mit  herzlichen Gedanken nun den Weg zu mir gefunden hat. Sie hatte den Weg zwischen zwei naheliegenden Hansestädten zu bewältigen. Dieser dauerte vier Tage. Mein Paket in die Gegenrichtung ist länger unterwegs gewesen. In dem zweiten Paket haben sich Apfelmus und Apfelsaft aus Schleswig-Holstein befunden. Keine  24 Stunden und es war da. Die Gaben stammen aus dem Garten einer Freundin. Vor meinem Wegzug haben wir oft gemeinsam die Äpfel Ende Oktober geerntet. Es ist eine Gemeinschaftsaktion gewesen. Die Holzpresse hat im Garten gestanden, in der die Äpfel frisch vom Baum gepresst worden sind. Es geht nichts über frisch gepressten Apfelsaft. Über dem Lagerfeuer wurde dieser erhitzt und schmeckte nach und während getaner Arbeit, einfach köstlich. Der Vorrat an Saft reichte fast bis in den Sommer .Die in hauchdünne Scheiben geschnittenen Apfelringe, die zum Trocknen aufgehängt worden sind, auch. Ein wenig wehmütig fällt mir auf, in diesem Jahr habe ich kein einziges Feuer gemacht. Das gestaltet sich in einer Großstadt auch ein wenig schwierig. So fällt mir doch eine Geschichte ein, die sich vor ein paar Jahren zugetragen hat. Wir Nachbarn hatten uns in einem Lokal verabredet, dass Mittsommer feiern wollte. In der Ankündigung hat gestanden, es gäbe ein Lagerfeuer. Es wurde immer dunkler und die große Feuerschale  war immer noch abgedeckt. Kurzentschlossen haben wir diese entfernt und mit dem Holz, dass wir im nahen Park und auf den Baustellen eingesammelt haben, ein Mittsommer Feuer entzündet. Einer der unverheirateten Ü 40Nachbarn kam gerade vom Besuch bei Mutti .Sie hatte ihn gut versorgt und so haben wir Würstchen und Schinken über das Feuer gehalten. Die Besucher der Lokalität waren begeistert, der Wirt nicht, trotz des enormen Umsatzes, den er an diesem Abend gemacht hat. Es war ein schöner Abend.

 

Hamburg Dulsberg im Dezember 2025

Ich schwöre, es war lediglich Apfelsaft.Hätte ein Paketbote an unserem Feuer gesessen,möglicherweise wäre er motivierter beim Austragen gewesen.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Kalender, Kalender

Ja, er ist schon sehr dünn. Meine Nachbarn haben jeden freien Fleck mit Weihnachtschnickschnack dekoriert, im Hof, ihre Fenster und ihre Gärten. Ich frage mich, ob es dazu beiträgt, die Welt auszublenden. Das zu viel von allem und das wilde, grelle blinken an Fenstern und Tannenbäumen erzählt von dem Überfluss, der in unserer Welt existiert; auch von dem Geld ausgeben, das nicht vorhanden ist. Grelles Licht überspielt nicht die Angst, die sich in den Herzen vieler Menschen befindet. Für mich wird sie dadurch lauter und sichtbarer. Ich schätze das leise. Vor ein paar  Tagen habe ich ein Bild von einem Tannenbaum gesehen; geschmückt in Rot und Gold. Es sind für mich die Farben, die zu Weihnachten gehören. Rot für die Liebe, die mit diesem Fest verbunden ist und der goldene Schein für das Licht, das in dieser dunklen Zeit wieder anfängt, stärker und heller zu werden. Es wächst langsam und ist zart und leise. Es bleibt oft unerhört, in unserer lauten und grellen Zeit, die durch hinterher jagen, Atemnot und Erschöpfung geprägt ist. Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der man sich noch ein gesegnetes Weihnachtsfest gewünscht hat. Was bedeutet Segen? Segnen ist eine Form des Empfangens. Jeder von uns hat es in der Hand, ob er dieses Geschenk, in Form von guten Wünschen, annimmt, oder es ausschlägt. Gerade gibt es Bemühungen, das Weihnachtsfest aufgrund alter Schuld,zu verändern. Das geschieht gerade heimlich, still und leise. Auch dieses Jahr ist für uns Menschen eine Herausforderung gewesen. Die meisten sind erschöpft und verfallen in Agonie. Ich bewahre mir die Adventszeit,als altes Ritual für mich. Ausgelacht werde ich, als Weihnachtshasser. Sollen sie lachen, denn sie wissen ja eh alles besser. Durch das Laute hören sie nicht die Worte, die in dieser Zeit mitschwingen: alles ist möglich, dem der da glaubt. Das bedeutet für mich auch, dass jeder dazu beiträgt, dass die Hoffnung auf ein liebevolles miteinander, mit Leben durch jeden Einzelnen gefüllt wird.

 Hallo Dezemer, Du bist der letzte Monat des Jahres.Ich wäre bereit für ein Happy End.