27.Dezmber 2025 in Hamburg
Ich habe keine Milch mehr zu meinem Kaffee. Für den für mich richtigen Start in den Tag, ist der Gang zum Supermarkt nun leider unumgänglich. Vorgenommen hatte ich mir, bis zum Jahresende nicht mehr vor die Tür zu gehen. Ich bin noch angefüllt von Weihnachten, angefüllt mit Liebe, guten Gesprächen, Spielen und viel Lachen Ich hätte es noch gerne länger in mir bewahrt. Am Straßenrand liegen die ersten entsorgten Tannenbäume. Ich erinnere mich an meine Kindheit und an die meiner Kinder. Nach Neujahr wurde der Tannenbaum geplündert. Das bedeutete Kerzenhalter und Kugeln wurden entfernt und sorgsam für das nächste Jahr verpackt. Dann hingen nur noch Zucker Kringel, Nüsse und Schokolade im Baum. Das Fest nach Neujahr. Wir Kinder durften den Baum dann plündern, um ihn dann in kleine Stücke zu sägen und im Ofen zu verheizen. Es hat herrlich gerochen nach Tannengrün und das knacken und singen des Holzes erklang im Zimmer. Die letzten begehrten Süßigkeiten der Weihnachtszeit wurden geteilt und behandelt, wie ein Schatz. Nun weht der Wind die achtlos an den Straßenrand gelegten Bäume auf die Fahrbahn. Einige Menschen schaffen es, das schönste Fest des Jahres schnell abzuhaken, Im Supermarkt ist alles was mit Weihnachten zu tun hat, auf zwei Gondeln verteilt. Im Preis reduziert, endlich auf Vorjahresniveau. Ältere Nachbarn umkreisen diese Gondeln. Die Rente ist noch nicht da, aber Lebkuchen Herzen und Dominosteine locken und schmecken auch noch nach Weihnachten. Alte, durch Arbeit gezeichnete Hände legen den Ministollen zurück. Ich lege ein paar Ministollen zu meiner Milch in den Einkaufswagen, Dominosteine und Lebkuchen. Die leeren Regale im Supermarkt warten darauf, mit allerlei Kram und Böller für Silvester, gefüllt zu werden. An der Kasse fällt mein Blick auf den Ständer mit den Tageszeitungen. Auf der ersten Seite die wichtigsten Botschaften der Weihnachtsansprachen von Politikern. Sie verheißen für uns Bürger nichts Gutes für 2026.Sie plündern die Kassen unseres Landes weiter. Die Rentenkasse, Krankenversicherung an deren Topf sie sich bedienen und nicht wieder auffüllen. Stopp 1Wie war es mit dem Bewahren des wohlig warmen Weihnachtsgefühls? So warte ich vor dem Supermarkt auf die älteren Nachbarn, die ich beobachtet habe. Ich habe jeden angesprochen und gefragt, wie es ihnen ginge. Weil wir uns vor Weihnachten nicht gesehen hätten, hätte ich noch etwas für sie. Ich weiß, es ist gemein diese Leute ein wenig zu verwirren. Das strahlen ihrer Augen zeigt mir, auch für sie ist Weihnachten noch nicht abgehakt.
Hamburg Dulsberg 2025 Das, was ich im Alltäglichen erlebe lässt mich nicht ruhen, aufgrund von Ungerechtigkeiten in meinem Land, den Mund zu halten. Ich bin nicht mehr bereit arm gespart zu werden, für Menschen, die mich verabscheuen.