Dienstag, 27. Januar 2026

Zuhören

 

Ein seltsames Phänomen dieser Zeit ist für mich, das viele Menschen nicht mehr zuhören können. Ein Beispiel, welches mir in meinem Cafe immer öfters widerfährt .Ich stehe mit meiner Freundin am Tresen und bestelle  zwei doppelte Espresso. Die Fachkraft stellt ihre Maschine an und die zwei doppelten Espresso landen in einem großen Becher. Freundlich lächelnd stellt sie den Becher vor mich hin. Was soll ich sagen? Immerhin kann sie rechnen. Ich fühle mich den Geschäften in meinem Stadtteil loyal verpflichtet. Es wird mir aber gelegentlich wirklich sehr schwer gemacht, loyal zu bleiben. Zuhören ist eine aktive und aufmerksame Hinwendung zu einer Person oder Botschaft, auch um sie zu verstehen und Empathie zu zeigen. So frage ich mich, ob ich zu wenig nonverbale Signale aussende, damit mein Gegenüber die Möglichkeit hat, eine Nachfrage zu stellen. In persönlichen Beziehungen  gibt man sich den Raum, um Nachfragen zu stellen, um Missverständnisse zu vermeiden, um eine Bindung aufzubauen. Blicke ich in die Augen der Fachkraft, sehe ich ein aufgesetztes Lächeln und Leere. Sie bereitet sich auf ihre eigene Antwort, bzw. Frage vor. So fehlt ihr das Verständnis. Meine Botschaft hat für mich sichtbar, ihr Ziel verfehlt. Ihr Interesse an meinem Wunsch ist nicht präsent gewesen. Für die Zukunft: Zuhören könnte zu einer echten Superkraft werden. Kommunikation und aktives Zuhören sind Schlüsselkompetenzen jeglicher Verhandlungen. Es schafft Vertrauen und eine tiefere Verbindung. Ein sprachliches Problem kann es nicht gewesen sein. De Fachkraft ist in diesem Stadtteil geboren. Ich habe gelernt, dass Sprache, verbunden mit Handlungen, ein Kraftfeld sein kann. Das hat bei meiner Bestellung nicht funktioniert. Es ist nicht überheblich gemeint. Ich liebe unsere Sprache, denn  sie ist sinnlich. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. In der Sinn, Zugehörigkeit und vieles andere mehr, neu verteilt werden. Das sorgt für Verwirrungen. Mir vorzustellen, dass unsere bildhafte  Sprache, die es ermöglicht, komplexere Themen durch Beschreibungen oder Metaphern, sichtbar zu machen, stark verändert wird, blutet mein Herz. Das hat es schon getan, als aus Ronja Räubertochter, Ronja die Raubende wurde. Die Magie und Poesie unserer Sprache gehen verloren. Vor ein paar Tagen bin ich mit einem Ohrwurm aufgewacht. Mit dem Klang, Rhythmus, Tonlage und Worten bin ich mitgenommen worden in einen Moment, den der Künstler beschreibt, über die Schönheit unserer Welt, wenn man genau hinschaut. Er erzählt von Möwen am Himmel, ziehenden Schwänen, von einem seidenweichen Mond, wenn die Nacht kommt, den  er als atemberaubend und magisch empfindet. Von einem Moment, in dem es sich anfühlt, als hielte er die Träume unserer Welt in seinen Händen. Er fühlt sich beseelt und überglücklich. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Text umgedeutet wird und jegliche Liebe für alles, was ist, aus dem Text verschwindet.

Hamburg Dulsberg im Januar 2026

Der Ohrwurm war A Winters Tale von Queen. Ich hege die Hoffnung, dass wir unsere Sprache wieder zurückerhalten.

Zuhören

Ein seltsames Phänomen dieser Zeit ist für mich, das viele Menschen nicht mehr zuhören können. Ein Beispiel, welches mir in meinem Cafe immer öfters widerfährt .Ich stehe mit meiner Freundin am Tresen und bestelle  zwei doppelte Espresso. Die Fachkraft stellt ihre Maschine an und die zwei doppelten Espresso landen in einem großen Becher. Freundlich lächelnd stellt sie den Becher vor mich hin. Was soll ich sagen? Immerhin kann sie rechnen. Ich fühle mich den Geschäften in meinem Stadtteil loyal verpflichtet. Es wird mir aber gelegentlich wirklich sehr schwer gemacht, loyal zu bleiben. Zuhören ist eine aktive und aufmerksame Hinwendung zu einer Person oder Botschaft, auch um sie zu verstehen und Empathie zu zeigen. So frage ich mich, ob ich zu wenig nonverbale Signale aussende, damit mein Gegenüber die Möglichkeit hat, eine Nachfrage zu stellen. In persönlichen Beziehungen  gibt man sich den Raum, um Nachfragen zu stellen, um Missverständnisse zu vermeiden, um eine Bindung aufzubauen. Blicke ich in die Augen der Fachkraft, sehe ich ein aufgesetztes Lächeln und Leere. Sie bereitet sich auf ihre eigene Antwort, bzw. Frage vor. So fehlt ihr das Verständnis. Meine Botschaft hat für mich sichtbar, ihr Ziel verfehlt. Ihr Interesse an meinem Wunsch ist nicht präsent gewesen. Für die Zukunft: Zuhören könnte zu einer echten Superkraft werden. Kommunikation und aktives Zuhören sind Schlüsselkompetenzen jeglicher Verhandlungen. Es schafft Vertrauen und eine tiefere Verbindung. Ein sprachliches Problem kann es nicht gewesen sein. De Fachkraft ist in diesem Stadtteil geboren. Ich habe gelernt, dass Sprache, verbunden mit Handlungen, ein Kraftfeld sein kann. Das hat bei meiner Bestellung nicht funktioniert. Es ist nicht überheblich gemeint. Ich liebe unsere Sprache, denn  sie ist sinnlich. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. In der Sinn, Zugehörigkeit und vieles andere mehr, neu verteilt werden. Das sorgt für Verwirrungen. Mir vorzustellen, dass unsere bildhafte  Sprache, die es ermöglicht, komplexere Themen durch Beschreibungen oder Metaphern, sichtbar zu machen, stark verändert wird, blutet mein Herz. Das hat es schon getan, als aus Ronja Räubertochter, Ronja die Raubende wurde. Die Magie und Poesie unserer Sprache gehen verloren. Vor ein paar Tagen bin ich mit einem Ohrwurm aufgewacht. Mit dem Klang, Rhythmus, Tonlage und Worten bin ich mitgenommen worden in einen Moment, den der Künstler beschreibt, über die Schönheit unserer Welt, wenn man genau hinschaut. Er erzählt von Möwen am Himmel, ziehenden Schwänen, von einem seidenweichen Mond, wenn die Nacht kommt, den  er als atemberaubend und magisch empfindet. Von einem Moment, in dem es sich anfühlt, als hielte er die Träume unserer Welt in seinen Händen. Er fühlt sich beseelt und überglücklich. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der Text umgedeutet wird und jegliche Liebe für alles, was ist, aus dem Text verschwindet.

Hamburg Dulsberg im Januar 2026

Der Ohrwurm war A Winters Tale von Queen. Ich hege die Hoffnung, dass wir unsere Sprache wieder zurückerhalten.

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