Montag, 23. November 2020

 

 

 

Theater des Lebens

Dieses Jahr und diese Zeit bewegen nicht nur mich extrem. Der aggressive Ton in unserer Gesellschaft bestürzt. Wir Menschen werden für dumm gehalten, Selbstverantwortung wird uns abgesprochen. So verwundert es mich nicht, daß diese infantile Bedürfnisbefriedigung, Macht und Kontrolle auszuüben, auch im persönlichen Umfeld sich widerspiegelt Nicht nur mir ist aufgefallen: in fast jedem Umfeld befindet sich immer eine Gruppe Menschen, die Du kennst. Diese Gruppe hat immer die gleiche Zusammensetzung: einer mit einem einfachem Gemüt, ein Dummschwätzer nebst seinen Claqueuren, Abhänge von was auch immer, in unterschiedlichen Stadien ihres Bewusstseins, und ein Impulsgeber. Der Impulsgeber ist immer der Blitzableiter für die anderen Gruppenteilnehmer. Er wird von denen beschimpft, die in ihrem Leben außer ihrem Mund, noch nie etwas bewegt haben, so können sie auch keine Fehler machen .Sie gestikulieren laut und berichten von ihren großartigen Taten, wollen Dich überzeugen, daß ihre Meinung die richtige ist. Kaum einer macht es bewusst. Sie arbeiten daran, Recht zu haben, damit der Impulsgeber aufgibt und  sie recht behalten. Es ist schwer, dann Liebe und Lust für gemeinsame Projekte aufrecht zu erhalten. Wir sehen eine Gruppe von verletzten Kindern jeglichen Alters, die keine Verantwortung für ihr Handeln und Leben übernehmen wollen. Die Schuld haben andere. Meine Bitte an die Impulsgeber: Gebt nicht auf!  Stellt Euch die Frage:“Was steckt hinter diesen vermeintlichen Vorwürfen? Fragt Euch: „Was hat es mit Euch zu tun?“ Ihr werdet feststellen. Nichts! Ihr seid sensibel. Auch das lasst Euch nicht vorwerfen! Die Richter in dieser Runde besitzen ein Herz aus Holz oder Stein, Du nicht! Auch steht es ihnen nicht zu, Dich zu verurteilen. Wir Menschen können so viel. Sie schenken ihrer Ängsten und Traurigkeit den größten Raum. Die bedingungslose Liebe, die Ihr mitgebracht habt, wird nicht wertgeschätzt, ohne Inspiration entsteht kein liebevolles Wachstum im Miteinander für dich. Die Gruppe steht für Stillstand, statt Wachstum. Ihr werdet auf die richtigen Menschen treffen, mit denen ein Miteinander in der Welt von morgen möglich ist. Ich weiß, es fühlt sich in solch einer Runde an, als wäre eine Zahnbehandlung gerade zu Ende. In diesen Zeiten stehen wir mit beiden Beinen in zwei Welten, der gestrigen und der von morgen, die Ihr mitgestaltet. Fragt Euch, wer seid ihr ohne diese Sandburg und wofür lebt Ihr? Du bist die Hoffnung und die Gegenwart, mit einer Vision, die andere nicht haben. Es ist schön, Ihr seid hier. Glaubt mir, wir sind viele und meine Hoffnung ist begründet. Es ist ein wunderbares Leben, das wir haben. Ein weiser Mann hat einmal gesagt:“Wer loslässt, hat beide Hände frei.“

 

Dulsberg, September 2020 Ein Gespräch während einer ungeplanten Nachlese mit älteren Teilnehmern von Kunst im Hof. Das miteinander Lachen war großartig. Nicht nur ich möchte nch vorne schauen und nicht zurück.

 

 

                                 Musik

 

 

Ich erzähle eine kleine Geschichte über Musiker.

Musik ist das faszinierendste, was die Menschheit hervorgebracht hat.

Zwei sich noch unbekannte Musiker haben sich getroffen.

So fangen viele schlechte Witze an.

Hier kam es zu einer realen Begegnung.

Sie waren neugierig aufeinander und packten ihre Instrumente aus.

Beide gingen vorsichtig in Resonanz miteinander, mit einer wertschätzenden Bereitschaft zu geben und zu empfangen.

Ein Zwiegespräch, angefüllt mit einer Liebe und Leidenschaft, die sie immer weiter voranschreiten ließ.

Mit ihrem Spiel zauberten sie Bilder und Farben in Herz und Seele.

Eine wunderbare Medizin .

Musik ist eine Sprache, die jeder verstehen kann.

Sie verbindet, sie tröstet, weckt Erinnerungen, lässt uns lachen und weinen.

Musik schafft ein Miteinander.

Die Freude, die sie schenkt, ist ansteckend.

Ich war ein Teil dieser zauberhaften Begegnung und habe mich unglaublich reich beschenkt gefühlt.

 

 

 

 

Dulsberg, 14.März 2020

 

Memories are made of this

Ich habe mich davon überzeugen lassen, daß meine CD Sammlung nicht mehr zeitgemäß ist. Nun befindet sich meine gesamte Musik auf meinem Computer. Durch Mithilfe und viel Geduld eines lieben Menschen, habe ich diese nun auch wieder gefunden auf meinem Rechner und kann sie hören. Ein wenig wehmütig habe ich meine CD Sammlung in Kisten gepackt. Sie kommen erst einmal inden Keller. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meine Langspielplatten aus Platzgründen weggegeben habe. Mein Herz hat geblutet. Viele dieser Vinylscheiben habe ich auch bei Ausstellungen und kleinen Konzerten erstanden. Neu aufgelegt wurden sie nie. Oh, wie habe ich die liebevolle Covergestaltung der Schallplatten geliebt. Oft waren auf der inneren Hülle Texte, Bilder und Geschichten zu lesen. In der CD Generation hat man das auch versucht. Leider benötige ich mittlerweile zum Lesen dieser Informationen eine Lupe. Der zweite große Karton ist auch schon fast voll. Nein, entschlossen lege ich ein paar CD´ s heraus. Sie möchte ich nicht im Keller wissen. Ich halte gerade Stonehenge in der Hand. Dazu habe ich eine ganz besondere Erinnerung Die Schallplattenvorstellung habe ich 1980 im Hamburger Planetarium gehört und erlebt. Nach dreiunddreißig Jahren bin ich Anfang 2013 nach Hamburg zurück gekehrt. Als ich meine neue Arbeitsstelle angetreten habe, hatte ich plötzlich ein Lied aus dieser Platte in meinem Ohr, Sunrise. Ich habe die Musik lange nicht mehr gehört. Es war Januar und fünf Uhr morgens. Ich habe an der U Bahnstation Lattenkamp auf den Bus gewartet. Schnee ist vom Himmel gefallen und der Ort wirkte im Schein der Straßenlaternen unwirklich. Und es war still. Ich habe mich auf meinen Neustart in Hamburg gefreut und neugierig, auf das, was ich jetzt von Dorf kommend, hier in Hamburg erleben würde. Ich wache seit Jahren morgens mit einer mir ureigenen Hitliste im Ohr auf. So bin ich angefangen, auf jedem Flohmarkt nach dieser Platte zu suchen. Es gab sie noch nicht als CD, aber man konnte sie auf das Medium überspielen lassen. Im Dezember 2013 habe ich einen bezaubernden  britischen Weihnachtsmarkt im Baseler Hof besucht. Bei einer kleinen Pause an der Bar kam ich mit einem Besucher in ein längeres Gespräch. Irgendwann kam das Gespräch auf meinen Neuanfang in Hamburg und ich erzählte lachend von meinem Ohrwurm. Mein Gesprächspartner ist aufgestanden, zog seinen Hut und stellte sich vor. Aus seiner Jackentasche zog er eine CD mit dem mir unvergessenem Cover. Er war der Komponist und Erschaffer der musikalischen König Artus Legende; in die Jahre gekommen, genau, wie ich. Die CD war gerade frisch aus der Presse gekommen. Wir haben uns lange unterhalten Das Album wurde durch einige Lieder ergänzt. Jetzt ist die Geschichte nicht nur für mich vollständig. Auf dem Medium CD ist glücklicherweise mehr Platz. Ich war sehr gerührt, als er mir die CD schenkte.

 

 

 

Hamburg – Dulsberg im Oktober 2020.Ich habe den Umzug nach Hamburg nicht bereut. Für mich nach langer Abwesenheit ein Sonnenaufgang, an dem ich mich noch immer erfreue, und der mich glücklich macht.Danke Chris Evans

 

 

Erzähl uns von früher

Es fehlt uns etwas in der Welt. In Zeiten wie diesen ist es gerade für Kinder wichtig, daß sie wieder an Magie und Wunder glauben. Ich stelle immer wieder fest, daß ihnen Märchen und Geschichten fehlen. Sie haben noch ihre Ohren und Augen frei, wenn etwas anklopft, was in ihren Herzen ein schönes Gefühl erzeugt Das Gefühl von überquellender Glückseligkeit ohne etwas zu besitzen, nur genießen. Eine schöne Eigenschaft, die noch in ihrer Seele innewohnt. Ein Ausflug in die Natur und eine Geschichte erzählt, am Fuße eines Baumes, empfinden viele Kinder noch als Geschenk. Schaust Du als Erzähler in ihre Gesichter, sie sind ganz in der Gegenwart. Es stört sie nicht, wenn ihre kleinen Gesichter während dessen vom Wind geküsst und vom Regen umarmt werden. Du spürst ihre frohe Ungeduld, ängstliche Stille, ihre Erleichterung und Freude, wenn die Geschichte ein versöhnliches Ende findet. Demütig registriere ich, daß ihr kleiner Geist wie ein Garten ist, der mit Liebe gefüttert wird und empfinde Dankbarkeit. Der Zauber alter Geschichten beseelt sie, Magie und Poesie wecken in ihnen Begeisterung und schenken ihnen eine Pause in unserer, doch gerade sehr aufregenden Zeit Viele  Erwachsene heißen die liebevollen Ereignisse, die ihnen begegnen, die kleinen Geschenke der Liebe und der Schönheit, oft nicht willkommen oder können sie nicht sehen, wenn sie vor ihnen stehen. Sie leben meistens in Furcht und Not. Die meisten können ihr Gedankenkarussell nicht abschalten  und stellen fest, wenn etwas nichts kostet, kann es nichts sein. Kinder brauchen Sagen, Märchen und Geschichten; alte und neue. Eines Tages werden ihre Kinder erleben, daß es in der Welt wieder ein Wir gibt, und die Natur gesundet, weil die Menschheit sich verändert hat. Eine schöne und gewaltige Vorstellung . Dann erzählt man andere Geschichten, und sie beginnen mit:“Es war einmal…“

 

 

 

 

 

 

 

Entstanden unter einem Baum auf dem Dulsberg im Herbst 2020.

 

Stadtschamanen

Ja, es gibt sie. Stadtschamanen sind in den letzten Jahren gehäuft in Erscheinung getreten. Die Heinzelmännchen sind durch Verrat und Neugier aus unserer Welt seit hunderten von Jahren verschwunden. Fallen dir auch die bepflanzten Betonringe in deinem Stadtteil auf? Die gepflegten Beete, die nicht pflegeleicht, sondern liebevoll bepflanzt sind? Baumwurzeln, die mit Pflanzen und Figuren gepflegt und gehegt werden und dir in deinem Alltag plötzlich und unerwartet eine Geschichte erzählen? Sie zaubern den meisten von uns ein kleines Lächeln auf die Lippen und schicken einen kurzen Sonnenstrahl in unsere Herzen .Es ist für mich eine Liebeserklärung an unsere Welt und an uns Menschen, ein Hinweis auf die Vielfältigkeit und die Einzigartigkeit des Einzelnen. Unseren Schamanen im Stadtteil nenne ich Mr. Sunshine. Er ist Immer freundlich, mit einem Lächeln und nach konstruktiven Lösungen suchend unterwegs, um unser Miteinander immer noch ein wenig schöner zu gestalten. Mein Dank gilt ihm, für das selbstlose Schenken seiner Zeit und Liebe für Menschen und Umwelt.












August 2020 auf dem Dulsberg. Das Beet vor der Kirche war plötzlich liebevoll ergänzt.

 

Babys got blue eyes


Kennst Du das?

Du bist schnell auf einen Sprung in den Supermarkt, und dann erwischt sie dich, die Endlosschleife der Berieselungsanlage mit Werbung und Musik.Es gibt einen Supermarkt auf dem Dulsberg, der wirklich gute Musik hat.Musik gehört zu meinem Leben, wie Wasser und Brot.Melodien wecken Erinnerungen und tief abgespeicherte Gefühle, die damit verbunden sind.Hin und wieder passiert es mir,unbemerkt,daß ich rhythmisch durch die Regalreihen tanze.Ich bemerke es erst, wenn ein anderer Kunde breit lächelnd vor mir steht, oder ich den Spruch höre:“ Na, da hat aber einer gute Laune !“Klang ist für mich Berührung, Rhythmus ist Lebensgefühl.Musik ist die gemeinsame Sprache der Welt. Sie ist Völkerverständigung.Sie schenkt Lebenslust, ist Liebe und sie macht glücklich.Alles andere wird für mich unwichtig.Ich habe Dinge mit nach hause gebracht, die nicht auf meinem Zettel standen:( welcher Zettel ?):Beschwingtheit, gute Laune,eine Flasche Wein und Oliven.Lasst uns das Leben feiern mit Musik, Tanz,Gesang und einem guten Tropfen von was auch immer.

Und Morgen? Morgen ist wieder ein Tag.





Entstanden an einem sonnigen Tag im Juli 2020.