Montag, 23. November 2020

 

Erzähl uns von früher

Es fehlt uns etwas in der Welt. In Zeiten wie diesen ist es gerade für Kinder wichtig, daß sie wieder an Magie und Wunder glauben. Ich stelle immer wieder fest, daß ihnen Märchen und Geschichten fehlen. Sie haben noch ihre Ohren und Augen frei, wenn etwas anklopft, was in ihren Herzen ein schönes Gefühl erzeugt Das Gefühl von überquellender Glückseligkeit ohne etwas zu besitzen, nur genießen. Eine schöne Eigenschaft, die noch in ihrer Seele innewohnt. Ein Ausflug in die Natur und eine Geschichte erzählt, am Fuße eines Baumes, empfinden viele Kinder noch als Geschenk. Schaust Du als Erzähler in ihre Gesichter, sie sind ganz in der Gegenwart. Es stört sie nicht, wenn ihre kleinen Gesichter während dessen vom Wind geküsst und vom Regen umarmt werden. Du spürst ihre frohe Ungeduld, ängstliche Stille, ihre Erleichterung und Freude, wenn die Geschichte ein versöhnliches Ende findet. Demütig registriere ich, daß ihr kleiner Geist wie ein Garten ist, der mit Liebe gefüttert wird und empfinde Dankbarkeit. Der Zauber alter Geschichten beseelt sie, Magie und Poesie wecken in ihnen Begeisterung und schenken ihnen eine Pause in unserer, doch gerade sehr aufregenden Zeit Viele  Erwachsene heißen die liebevollen Ereignisse, die ihnen begegnen, die kleinen Geschenke der Liebe und der Schönheit, oft nicht willkommen oder können sie nicht sehen, wenn sie vor ihnen stehen. Sie leben meistens in Furcht und Not. Die meisten können ihr Gedankenkarussell nicht abschalten  und stellen fest, wenn etwas nichts kostet, kann es nichts sein. Kinder brauchen Sagen, Märchen und Geschichten; alte und neue. Eines Tages werden ihre Kinder erleben, daß es in der Welt wieder ein Wir gibt, und die Natur gesundet, weil die Menschheit sich verändert hat. Eine schöne und gewaltige Vorstellung . Dann erzählt man andere Geschichten, und sie beginnen mit:“Es war einmal…“

 

 

 

 

 

 

 

Entstanden unter einem Baum auf dem Dulsberg im Herbst 2020.

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