Zeitumstellung. Sie ist meinen Mitmenschen anzumerken. Viele
sind neben der Spur. Sie gießen ihren Missmut und ihr Unausgeschlafen sein über
den Köpfen ihrer Mitmenschen gedankenlos aus. Im letzten Jahrhundert wurde der Beschluss gefasst, sie
einzustellen, diese Zeitumstellung. In unserem Land hält man leider an vielen
alten Denkweisen und Systemen fest, die besser im letzten Jahrhundert geblieben
wären Die Zeit eilt weiter. Sie bleibt nicht stehen, wie viele Menschen. Gefühlt
bleiben sie dort, wo sie sich wohlfühlen und sich auskennen. Am Sonntag wurde
im Saarland gewählt. Sie Konnten zwischen Pest und Cholera wählen. Die
Tierschutzpartei, die Mensch und Tier im Mittelpunkt stehen hat, hat 2,4 Prozent
erhalten. Jedes Land erhält die Regierung, die sie verdient. Veränderungen
sehen für mich anders aus. Sie erklären sich damit einverstanden, daß Wälder
abgeholzt werden für Windkraft und somit auch auf unsere Umwelt schädigen,
unser Gesundheitsstatus von der Politik festgelegt wird ,sich den Konflikten
angenommen wird, die nicht die unseren
sind und locker elf Milliarden dafür ausgegeben werden. Im Gegenzug werden wir
verhöhnt, sollen bei fünfzehn Grad frieren und Strom sparen. Ich stelle mir
vor, elf Milliarden fließen in das Gesundheitssystem, in die Bildung unserer
Kinder und die Kultur. Während meines Frisör Besuches zwei Tage später,
berichtete mir meine Frisörin, als ich sie fragte, wie es ihrem Mann ginge, daß
sie 1500 Euro für eine spezielle Röntgenaufnahme
bezahlen musste, sonst wäre Mann nicht punktuell mit Chemotherapie behandelt
worden. Sie hat ihre Tränen unterdrückt. Durch die Blume hat man ihr
mitgeteilt, es wäre ja auch die zweite Chemotherapie. So sieht sie aus, unsere
Welt ohne Liebe und Mitgefühl. Es geht nur um ausreichende Versorgung, und
nicht um die bestmöglichste. Mich erfasst das blanke Entsetzen, über diese Art
der Verachtung- Dagegen sind meine Erlebnisse in den letzten zwei Jahren Kranksein
nicht ganz so heftig. In mir bricht kein heiliger Zorn mehr aus, wenn ich diese
Art von Nachrichten höre. Mir fehlt die Kraft und weine leise nach innen. Ich
komme mit meinem Gerechtigkeitssinn nicht mehr klar. Der Salonbesitzer fragte
mich, wie es mir ginge. Er hätte über den örtlichen Supermarkt für seine Mutter
den Einkauf organisiert. Den Hinweis, daß der Service viel Geld kostet, wischte
er mit der Begründung weg, es wäre günstiger, als wenn mein Sohn aus
Schleswig-Holstein kommen würde, bei den Benzinpreisen. Drei Jahre C, da
spielen soziale Kontakte mit der Familie oder beim Einkaufen einfach keine
Rolle mehr, ebenso die Ausgrenzung von Menschen, gleich welcher Gesinnung und
welchen Alters. Viele Freundschaften sind zerbrochen, weil es keinen
Meinungskorridor im Gespräch mehr gibt. Es beschleicht mich das Gefühl, Bürger
müssen sich ihre Welt schön reden, sonst halten sie es nicht mehr aus. Für ihr
unsoziales Verhalten haben sie mein Mitleid und ich vergebe ihnen. Sie spüren
nicht, wie armselig sie sind. Diese Geschichte wollte ich nicht veröffentlichen
und nicht schreiben, weil es einen kollektiven Aufschrei in unserem Land nicht
mehr gibt. Meine Hausärztin wünschte mir noch ein paar schöne Jahre, als ich in
Frührente geschickt wurde. Definiere bitte schön. Als ich in 2020 dieses Projekt mit der Frage begonnen
habe:“Wenn Du mit Deiner Zukunft sprechen könntest, was würde sie Dir
antworten?“Habe ich andere Geschichten und Wünsche vernommen. Was tut jeder
Einzelne für die Umsetzung? Schweigen und Abwarten ist keine Lösung, oder? Fang
bei Dir selbst an und für Deine Kinder und Enkel.
Hamburg Dulsberg im April 2022-
Da wunderbaren Vorschläge von unseren Politikern gekommen
sind, verstehen sie sicherlich auch uns Bürger, wenn wir im Dunklen sitzen und
frieren, besuchen wir Bürger Euch in euren Büros und Rathäusern, um uns
aufzuwärmen. Wir bringen auch Kaffee mit. Hört ihr uns dann endlich zu? Hin und
wieder verschwindet mein Verständnis, welches mir immer abverlangt wird. Wer
versteht mich?