Freitag, 29. April 2022

Ostara im Hotspot

 

„Lachend kommt der Sommer über das Land“, es ist eine Zeile aus einem Lied, daß ich in meiner Kindheit oft gesungen habe. Es kommt mir in den Sinn, als ich Sonnenschein und blauen Himmel entdecke. In diesem Jahr also keine Osterei Suche im Schnee- Die Sonnenstrahlen wärmen schon, wenn man eine geschützte Ecke findet. Heute ist in unsrem Stadtteil Flohmarkt. Ich habe mich mit meiner Freundin Leo verabredet, ihn zu besuchen. Ich freue mich, sie an meiner Seite zu haben. Ohne sie hätte ich die Zeit während meiner Erkrankung nicht so gut überstanden- Nun lerne ich gerade wieder gehen. Wir haben beschlossen früh unterwegs zu sein. Das gute Wetter hat viele Hamburger auch auf diese Idee kommen lassen. Der Platz ist voller Menschen. Die Stimmung ist friedlich und schmeckt nach Aufbruch. Der Fokus liegt nicht auf der Angst. Es liegt an dem vielfältigen Angebot-Einige Einschränkungen sind gefallen, denn Hamburg ist anders, als andere Kinder. Viele Gesichter ohne Masken, Wie wunderschön doch Menschen aussehen können, fast entspannt. Eine vergessene Zivilcourage ist plötzlich für eine Momentaufnahme sichtbar. Wir wollen nichts kaufen und lassen uns Richtung Osterbek Kanal treiben, um den Heimweg im Sonnenschein anzutreten. Abschließend gibt es noch eine kleinen Kaffee im Hof. Viele Nachbarn scheinen ausgeflogen zu sein, es ist wunderbar, in der Stille bei einem Heißgetränk, den gemeinsamen Ausflug im Sonnenschein zu beenden.

 

Hamburg Dulsberg, im April 2022

Menschen mit Tunnelblick, die schubsen und drängeln verursachen bei mir öfters Fluchttendenzen. Das Ego dieser Menschen wurde am Karfreitag leider nicht an das Kreuz genagelt.

Freitag, 1. April 2022

Müde

 

Wenn ich versuche meiner Welt sachlich zu begegnen, schlafe ich schlecht. Morgens fühle ich mich nicht ausgeruht und verbringe meinen Tag gefühlt auf einer anderen Ebene. Wenn ich durch meine Träume gleite, werde ich bedingungslos durchgerüttelt und begegne meinen Emotionen, die ich versucht habe tagsüber durch einen flotten Spruch zu verstecken. Ich bin ein emotionaler Mensch und die Menschen, denen ich begegne wissen oft nicht, damit umzugehen. Aber nachts holt mich dieses bedingungslose für mich Fühlen wieder ein. So wache ich ein wenig desorientiert auf und stelle mir die Frage:“Wer bin ich, wenn alles wegfällt?“Nach dem ersten Kaffee oder Tee, weiß ich es wieder. Ich habe Leute erlebt, die vor mir weggelaufen sind, wenn ich ihnen diese Frage beantworten konnte. Oft höre ich den Satz:“Wenn ich Dich sehe geht es mir gut, warum bist Du so fröhlich? Warum strahlst Du immer?“Jetzt habe ich eine Antwort:“ Lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf, bin ich emotional frei. So kann ich schöpferisch, klar und kraftvoll d durch meinen Tag gehen.“ Freigelassene Gefühle lassen mich spürbar glücklich fühlen. Leider ist das nicht ansteckend. Wie heißt es heute so schön:“ Vielleicht solle ich viral gehen?“ Ich begreife unser Leben als einen Fluss, auf dem wir uns fortbewegen. Er hält für mich Leichtigkeit und viel Gutes bereit, wenn ich mit ihm schwimme. Hin und wieder tauche ich ab. In einer Schatztruhe habe ich unterschiedliche Potentiale gefunden; auch Eigenschaften, die ungewohnt für mich gewesen sind. Sie haben meine Sichtweise verändert; ein wenig zäh, aber mittlerweile empfinde ich es nicht mehr so befremdlich Ich bin neugierig, was sich hinter der nächsten Biegung des Flusses befindet. Ich wünsche mir Menschen, die wie ich, der Stimme ihres Herzen s folgen, ihre  Gefühle leben können, ohne das es ihnen peinlich ist. Es sind Anteile unserer Seelen, die zu uns gehören und uns authentisch machen.

 

Hamburg  Dulsberg, 30.März 22

Ich danke meiner Freundin für ihren kurzen Kaffee Stopp in meiner Küche. Sie ist, wie viele anderen auch, in den letzten drei Jahren, noch sensibler geworden und ganz nah bei sich. Nichts bleibt so, wie es ist.

Die Geschichte, die nicht gschrieben werden sollte

 Zeitumstellung. Sie ist meinen Mitmenschen anzumerken. Viele sind neben der Spur. Sie gießen ihren Missmut und ihr Unausgeschlafen sein über den Köpfen ihrer Mitmenschen gedankenlos aus. Im letzten Jahrhundert  wurde der Beschluss gefasst, sie einzustellen, diese Zeitumstellung. In unserem Land hält man leider an vielen alten Denkweisen und Systemen fest, die besser im letzten Jahrhundert geblieben wären Die Zeit eilt weiter. Sie bleibt nicht stehen, wie viele Menschen. Gefühlt bleiben sie dort, wo sie sich wohlfühlen und sich auskennen. Am Sonntag wurde im Saarland gewählt. Sie Konnten zwischen Pest und Cholera wählen. Die Tierschutzpartei, die Mensch und Tier im Mittelpunkt stehen hat, hat 2,4 Prozent erhalten. Jedes Land erhält die Regierung, die sie verdient. Veränderungen sehen für mich anders aus. Sie erklären sich damit einverstanden, daß Wälder abgeholzt werden für Windkraft und somit auch auf unsere Umwelt schädigen, unser Gesundheitsstatus von der Politik festgelegt wird ,sich den Konflikten angenommen wird, die nicht  die unseren sind und locker elf Milliarden dafür ausgegeben werden. Im Gegenzug werden wir verhöhnt, sollen bei fünfzehn Grad frieren und Strom sparen. Ich stelle mir vor, elf Milliarden fließen in das Gesundheitssystem, in die Bildung unserer Kinder und die Kultur. Während meines Frisör Besuches zwei Tage später, berichtete mir meine Frisörin, als ich sie fragte, wie es ihrem Mann ginge, daß sie 1500 Euro  für eine spezielle Röntgenaufnahme bezahlen musste, sonst wäre Mann nicht punktuell mit Chemotherapie behandelt worden. Sie hat ihre Tränen unterdrückt. Durch die Blume hat man ihr mitgeteilt, es wäre ja auch die zweite Chemotherapie. So sieht sie aus, unsere Welt ohne Liebe und Mitgefühl. Es geht nur um ausreichende Versorgung, und nicht um die bestmöglichste. Mich erfasst das blanke Entsetzen, über diese Art der Verachtung- Dagegen sind meine Erlebnisse in den letzten zwei Jahren Kranksein nicht ganz so heftig. In mir bricht kein heiliger Zorn mehr aus, wenn ich diese Art von Nachrichten höre. Mir fehlt die Kraft und weine leise nach innen. Ich komme mit meinem Gerechtigkeitssinn nicht mehr klar. Der Salonbesitzer fragte mich, wie es mir ginge. Er hätte über den örtlichen Supermarkt für seine Mutter den Einkauf organisiert. Den Hinweis, daß der Service viel Geld kostet, wischte er mit der Begründung weg, es wäre günstiger, als wenn mein Sohn aus Schleswig-Holstein kommen würde, bei den Benzinpreisen. Drei Jahre C, da spielen soziale Kontakte mit der Familie oder beim Einkaufen einfach keine Rolle mehr, ebenso die Ausgrenzung von Menschen, gleich welcher Gesinnung und welchen Alters. Viele Freundschaften sind zerbrochen, weil es keinen Meinungskorridor im Gespräch mehr gibt. Es beschleicht mich das Gefühl, Bürger müssen sich ihre Welt schön reden, sonst halten sie es nicht mehr aus. Für ihr unsoziales Verhalten haben sie mein Mitleid und ich vergebe ihnen. Sie spüren nicht, wie armselig sie sind. Diese Geschichte wollte ich nicht veröffentlichen und nicht schreiben, weil es einen kollektiven Aufschrei in unserem Land nicht mehr gibt. Meine Hausärztin wünschte mir noch ein paar schöne Jahre, als ich in Frührente geschickt wurde. Definiere bitte schön. Als ich in 2020  dieses Projekt mit der Frage begonnen habe:“Wenn Du mit Deiner Zukunft sprechen könntest, was würde sie Dir antworten?“Habe ich andere Geschichten und Wünsche vernommen. Was tut jeder Einzelne für die Umsetzung? Schweigen und Abwarten ist keine Lösung, oder? Fang bei Dir selbst an und für Deine Kinder und Enkel.

Hamburg Dulsberg im April 2022-

Da wunderbaren Vorschläge von unseren Politikern gekommen sind, verstehen sie sicherlich auch uns Bürger, wenn wir im Dunklen sitzen und frieren, besuchen wir Bürger Euch in euren Büros und Rathäusern, um uns aufzuwärmen. Wir bringen auch Kaffee mit. Hört ihr uns dann endlich zu? Hin und wieder verschwindet mein Verständnis, welches mir immer abverlangt wird. Wer versteht mich?