Donnerstag, 10. März 2022

Oh happy Day 2

 

Der Morgen begrüßt mich mit blauem Himmel und Sonnenschein .Heraus aus den Federn und das Kaffeewasser aufgesetzt. Schnell ein Blick auf die neuesten Nachrichten. Meine noch nicht ganz wachen  Augen lesen die Aussagen von einem ehemaligen Bundespräsidenten und einer EU Politikerin: Ihr Vorschlag, daß wir Menschen frieren und Energie sparen sollen, lässt mich fast an meinem Kaffee verschlucken. Auch sollen wir mal ein paar Jahre auf Glück verzichten. NEIN! Mit dieser Geringschätzung von uns Menschen soll mein Geburtstag nicht beginnen Ich fühle mich betroffen und merke, mir fallen etliche Gegenvorschläge ein. Nein, meinen Geburtstag lasse ich mir nicht vermiesen. Das Leben wird bei diesen Leuten schon für den entsprechenden Karma Ausgleich sorgen. Mit ein paar Handgriffen ist mein Rucksack gepackt und stehe vor der Tür. Ab ins Grüne und mal schauen, wie weit ich es mit meinen Stützen schaffe. Brr, der Wind pfeift kalt um die Häuserecken. Ab in den Park, dort bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Vom letzten Frühjahrssturm und von Gärtnerhand ist er arg ausgelichtet .Einen längeren Moment verweile ich auf einer Bank und beobachte die Vögel, die im Kanal ihre Federn putzen. Ich entdecke Spechte, die an ihrem neuen Heim bauen. Sie sind nicht zu überhören. Die Natur platzt auf und zeigt ihr feines, buntes Kleid. Im Park sitzen Leute, dick verpackt in warme Jacken. Ihre Rollatoren voller geistiger Getränke für noch lautere, hochgeistige Gespräche-. Ihre Hunde müssen neben der Bank liegen. Bei der geringsten Bewegung werden sie rüde zurück gepfiffen. Die Tiere tun mir leid. Irgendwann habe ich es geschafft, und kann die Leute ausblenden; nur noch Vogelgezwitscher, wunderbar. Auf meinen mitgebrachten Proviant, zwei Äpfel, verspüre ich keinen Appetit. Unsere Eisdiele hat geöffnet. Zum Bruch ein Eis. Es schmeckt nach Verheißung und einem üppigen Sommer. Auf dem Weg zum nächsten Park schlendere ich durch ein Wohngebiet. An einer Hausecke entfaltet sich plötzlich  ein langer Mensch.“Spannenlanger Hansel, nudeldicke Deern“( altes plattdeutsches Kinderlied), griene ich in mich hinein. Freundlich strahlt er mich an und ich komme seinem unausgesprochenen Wunsch nach, und lobe ihn für sein frisch angelegtes und Beet. Er erzählt mit von seinem Leben und zeigt stolz auf seine Balkonkästen. Die Pflanzen sind sorgsam aufgereiht, alle gleich groß. So etwas habe ich noch nie hinbekommen(Ich war auch nicht bei der Marine) Mutig hat er künstliche Schmetterlinge dazu dekoriert. Ein offenes , freundliches Lächeln ohne Maske. Die Menschen haben Sehnsucht danach, kurzer, netter Klönschnack und ein freundlicher Gruß. Das Leben kann so schön sein. Die Mitbürger im Stadtteil sind in Plauderlaune. Sonne und blauer Himmel sind Medizin. Es fühlt sich so an, als hätten sie in den letzten grauen Wochen alle Worte aufgespart. Heute drängen sie aus ihnen heraus, Frühling halt. Mit einigen Hundebesitzern mache ich spontan eine Meditation für den Frieden. Sie waren in ihren Gedankenkarussells verhaftet. Sie setzten ihren Weg mit einem Lächeln auf ihren Gesichtern fort  Keiner ging, ohne den Anderen zu umarmen. An einer anderen Stelle im Park habe  ich „Mork vom Ork“ kennengelernt. Nein, er hat mich nicht mit „Nano, Nano“ begrüßt. Wir hatten ein sehr schönes Gespräch und fühlten uns beide gut, als wir uns verabschiedet haben, den Traum von einer schöneren Welt voller Menschen, die einander ehrlich und liebevoll begegnen. Eins steht für mich fest, ich werde weiter daran arbeiten, ein liebevollerer Mensch zu werden. Ein schöner Tag. Ich wünsche mir einen ganzen Korb voll von ihnen.

Hamburg Dulsberg, März 2022

Denkt ans fünfte Gebot; schlagt Eure Zeit nicht tot.(Erich Kästner)

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