Ich bin schon wach und sitze bei meinem ersten Kaffee. Dis Sonne scheint und blauer Himmel, der auf einen schönen Tag hoffen lässt. Es klingelt. Eigentlich ist es noch die Zeit vor dem Aufstehen. Rudi ist von seiner Reise zurück. Unverschämt braun gebrannt und gut erholt, steht er strahlend in der Tür. Ich gönne es ihm von Herzen. Er fragt, ob ich Lust auf einen Kaffee hätte und auf einen Reisebericht. Seiner Bitte von Politik und Tagesgeschehen nichts zu erwähnen, komme ich gerne nach. Es macht uns Menschen gerade sehr verwundbar. Gut gelaunt breitet er seine mitgebrachten Schätze auf meinem Küchentisch aus. Wortgewandt und blumig zeichnet er mir Bilder aus Südamerika auf die Wände meiner Küche. Begeistert berichtet er von den herrlichsten Blumen, die er je in seinem Leben gesehen hat, von der Tierwelt, dem Rauschen des Meeres an Atlantik und Karibik Küste, von Wind, Sand und Strömung. Zwischendurch schnuppern und probieren wir die Mitbringsel, die der Zoll ihm gelassen hat. Jede Pore seines Seins ist beseelt von Schönheit von Glück. Er ist dankbar für das Erlebte. Wir haben einfach vergessen zu frühstücken. Schöne Erzählungen können auch satt machen. In der jetzigen Zeit sind sie essentiell. Ich kann seinen Wunsch verstehen, sich dieses Gefühl so lange, wie möglich zu bewahren. Am Montag darf er wieder zur Arbeit. Rudi gehört zu den wenigen Menschen, die ich kenne, die Arbeit und Firma lieben. Er befindet sich noch im Flugmodus. Als er sich gegen Mittag verabschiedet, entschwindet er schnell, wie der Götterbote Hermes, hurtigen Schrittes und hinterlässt in mir eine große Duftwolke von Fernweh.
Hamburg Dulsberg, im März 22
Mein Test ist negativ und ich darf vor die Tür. Handy aus, kalte und klare Luft schnuppern. Ich verspüre die Lust auf Malen. Danke Rudi, für das „Mafia Frühstück“ und dem Fluten meiner Küche mit Deinen Abenteuern, herrlichen Farben und dem Duft von Freiheit und dem Gefühl von unendlicher Liebe, für die Schönheit unserer Welt.
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