In diesem Jahr scheint es mir, hattest du es mit deiner Ankunft besonders eilig. Ich weiß um deinen Besuch. Mir fehlt es an deiner Magie, und der langsamen, liebevolle Vorbereitung auf die immer kürzer werdenden Tage. Vielleicht hat dich die Kargheit des trockenen Bodens so zur Eile gemahnt. Mir fehlt der aufsteigende Dunst, wenn die Wärme der Kälte weicht, der am Morgen über den Wiesen, Sträuchern und Bäumen hängt; die zauberhaften von Tautropfen besetzten Spinnen Netze, die in der Sonne glitzern, wie Edelsteine. Es tröstet, daß es fast nichts Schöneres gibt, als mit den Füßen durch das raschelnde Laub zu gehen und sich an der Schönheit der Blätter erfreuen.Heute lässt der starke Wind die Bänder der Sonnenschirme heftig im Wind flattern, als würden sie mit Vehemenz den Sommer aus der Stadt jagen wollen. Stühle und Tische scharren missmutig auf den Sommer Terrassen. Schal, Mütze und warme Jacke, wie liebend gerne hätte ich sie noch im Schrank gelassen. Dieser Herbst weckt die Sinne nach diesem ungewöhnlich heißen Sommer und ist beseelt durch die Liebe zu allem Lebendigen. So bleibt mir, dein Kommen mit leiser Wehmut zu akzeptieren. Bei dem ersten Stück Pflaumenkuchen des Jahres und einer Tasse Tee verabschiede ich den Sommer, gefühlt zu kurz, wie immer. Ich war nur für einen kurzen Moment unmutig. Das gestehe ich mir zu
Hamburg Dulsberg, Mitte September 22
Der Herbst birgt die Vergänglichkeit und das Bewusstsein der Erneuerung, und ganz viel Hoffnung.
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