Freitag, 4. Juli 2025

Betrachtungen zu Pfingsten

 

Ich genieße gerade mein Leben. Ich sitze am sonnigen Pfingstsonntag auf meiner kleine Loggia und dem kleinen Stück Garten. So früh am Morgen riechen die Rosen aus dem Garten der Nachbarn einfach betörend. Die Blätter der weißen Kletterrose aus dem Garten gegenüber trudeln auf den Weg. Es schaut aus, als hätten Blumenkinder ihn für ein Brautpaar gestreut. Es ist kein Brautpaar, das den Weg beschreitet. Von links und rechts schreiten zwei tumbe Tauben aufeinander zu. Sie sehen leider nicht so elegant aus, wie die Cowboys aus den Western früher. Aber in ihrem Blick ist zu lesen:“Ich suche jemanden, der schon lange nicht mehr hier war und der heißt Streit! Ich habe die,  Taschen voll davon“. Leider wird der Showdown von einer Elster vereitelt, die in ihrem Flug auf sie zusteuert. Flugs verschwinden sie von der Bildfläche. Die Elster setzt ihren Flug weiter fort. Mit elegantem Sprung erscheint ein Eichhörnchen auf der Bildfläche. Es landet auf dem Zaun und beäugt mit schräg gelegtem Kopf meinem Beet. Es scheint zu überlegen, wo es die letzten Nüsse versteckt hat. Während es so überlegt, knickt es eine der wunderschönen Rosen in Nachbars Garten ab. Es denkt wohl, bevor ich mir bei dieser Wärme die Mühe mache, um etwas Essbares zu finden, fixiere ich doch erst einmal die Nachbarn, die es sonst regelmäßig füttern. Leider schlafen diese noch. Nach einer kurzen Rast springt es weiter. Der Platz ist sehr beliebt, denn nur Minuten später landet dort eine Kohlmeise. Sie schaut aus, wie ein gut gekleideter Herr aus den 30 er Jahren, mit Monokel und sauberem Frack, Das Federkleid glänzt in der Sonne. Auch sie spricht nichts an in meinem Beet, gebadet hat sie wohl heute schon. Bei meinem Nachbarn zur linken hängt ein Holzschild im Baum. Das hat gerade ein Buntspecht entdeckt. Sein Schnabel versucht dem Schild etwas Essbares zu entlocken; dabei ist er doch sehr ausdauernd.

Hamburg Dulsberg im Juni 2025

Wer benötigt schon Fernsehen, wenn vor dem Fenster so wunderbare Filme laufen. Die Natur hat etwas heilsames und ist volle Wunder.

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