In meiner Community, deren Mitglieder verteilt auf das ganze Land sind, haben einige heute Bilder von der Winterpracht gepostet, die vor ihrer Tür mit allen Sinnen zu erfahren ist. In Hamburg ist es lediglich kalt. Von Schnee, der fallen soll, erzählt der Wetterbericht schon seit Tagen. In einem Telefonat habe ich trotz der späten Zeit, das Lachen der Kinder gehrt, die sich über den Schnee gefreut haben. Nun habe ich fünf Minuten nicht aus dem Fenster geguckt. Siehe da, nun hat sich die Welt um mich herum, auch schön gemacht und ein sauberes Kleid angelegt. Es scheint mit Perlen und funkelnden Steinen besetzt zu sein. Der erste Schnee ist immer etwas Besonderes. Er dämpft die Laute und macht die Welt für eine kurze Zeit friedlich. Ich tanke gerne Frieden auf, denn gefühlt ist die halbe Welt in Unfrieden. Vor zwei Nächten habe ich eine Sternschnuppe gesehen und ihr meinen Wunsch mit auf ihre Reise gegeben. Hoffentlich war ich schnell genug. Schnell habe ich mich angezogen und bin vor die Tür gegangen. In meiner Straße liegen die Kinder schon in ihrem Bett. Ich wünsche ihnen, dass der Schnee morgen noch liegt, wenn sie aufwachen. Die Fenster in den benachbarten Häusern sind teilweise schon weihnachtlich geschmückt. Die warmen Lichter schicken Zuversicht in den Hof. Ich wünsche meinen Nachbarn, dass sie diese noch spüren, wenn sie in ihren Tag gehen. Statt verkniffener Gesichter, ein Lächeln auf den Lippen; eine schöne Vorstellung. Der erste Advent ist in Sicht. Das ist die Zeit, wo ich die Einkaufstraßen meide. Es sind dann überwiegend genervte Gesichter mit zu vielen Taschen unterwegs, die rücksichtslos schubsen und drängeln. Ich kann diese Spezies nur für eine kurze Zeit verdrängen. Sie tun mir leid, aber nicht im Sinne von mitleiden. Wenn das Fest der Liebe bei ihnen so aussieht, möchte ich kein Teil von ihnen sein. Ich bereite mich auf die Wintersonnenwende vor. Die Zeit bis dahin, wird wie im Flug ergehen. Es ist kalt und meine Bettdecke ruft, Am nächsten Morgen ist die Schneedecke vor meinem Fenster noch ein wenig dichter geworden .Von den Regenrinnen tropft es. Ein Blick auf das Thermometer zeigt vier Grad plus. Es war ein kurzes Gastspiel des Winters. Er hat den Tag, an dem wir an die Menschen gedacht haben, die nicht mehr bei uns sind, ein weniger leichter gemacht.
In der größten Dunkelheit findet jeder, der möchte, ein Licht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen