Ein seltsames Phänomen dieser Zeit ist für mich, das viele
Menschen nicht mehr zuhören können. Ein Beispiel, welches mir in meinem Cafe immer
öfters widerfährt .Ich stehe mit meiner Freundin am Tresen und bestelle zwei doppelte Espresso. Die Fachkraft stellt
ihre Maschine an und die zwei doppelten Espresso landen in einem großen Becher.
Freundlich lächelnd stellt sie den Becher vor mich hin. Was soll ich sagen?
Immerhin kann sie rechnen. Ich fühle mich den Geschäften in meinem Stadtteil
loyal verpflichtet. Es wird mir aber gelegentlich wirklich sehr schwer gemacht,
loyal zu bleiben. Zuhören ist eine aktive und aufmerksame Hinwendung zu einer
Person oder Botschaft, auch um sie zu verstehen und Empathie zu zeigen. So
frage ich mich, ob ich zu wenig nonverbale Signale aussende, damit mein
Gegenüber die Möglichkeit hat, eine Nachfrage zu stellen. In persönlichen
Beziehungen gibt man sich den Raum, um Nachfragen
zu stellen, um Missverständnisse zu vermeiden, um eine Bindung aufzubauen.
Blicke ich in die Augen der Fachkraft, sehe ich ein aufgesetztes Lächeln und
Leere. Sie bereitet sich auf ihre eigene Antwort, bzw. Frage vor. So fehlt ihr
das Verständnis. Meine Botschaft hat für mich sichtbar, ihr Ziel verfehlt. Ihr
Interesse an meinem Wunsch ist nicht präsent gewesen. Für die Zukunft: Zuhören
könnte zu einer echten Superkraft werden. Kommunikation und aktives Zuhören
sind Schlüsselkompetenzen jeglicher Verhandlungen. Es schafft Vertrauen und
eine tiefere Verbindung. Ein sprachliches Problem kann es nicht gewesen sein.
De Fachkraft ist in diesem Stadtteil geboren. Ich habe gelernt, dass Sprache,
verbunden mit Handlungen, ein Kraftfeld sein kann. Das hat bei meiner
Bestellung nicht funktioniert. Es ist nicht überheblich gemeint. Ich liebe
unsere Sprache, denn sie ist sinnlich. Wir
leben in einer Zeit des Umbruchs. In der Sinn, Zugehörigkeit und vieles andere
mehr, neu verteilt werden. Das sorgt für Verwirrungen. Mir vorzustellen, dass
unsere bildhafte Sprache, die es
ermöglicht, komplexere Themen durch Beschreibungen oder Metaphern, sichtbar zu
machen, stark verändert wird, blutet mein Herz. Das hat es schon getan, als aus
Ronja Räubertochter, Ronja die Raubende wurde. Die Magie und Poesie unserer Sprache
gehen verloren. Vor ein paar Tagen bin ich mit einem Ohrwurm aufgewacht. Mit
dem Klang, Rhythmus, Tonlage und Worten bin ich mitgenommen worden in einen
Moment, den der Künstler beschreibt, über die Schönheit unserer Welt, wenn man
genau hinschaut. Er erzählt von Möwen am Himmel, ziehenden Schwänen, von einem
seidenweichen Mond, wenn die Nacht kommt, den er als atemberaubend und magisch empfindet.
Von einem Moment, in dem es sich anfühlt, als hielte er die Träume unserer Welt
in seinen Händen. Er fühlt sich beseelt und überglücklich. Ich mag mir gar
nicht vorstellen, wie der Text umgedeutet wird und jegliche Liebe für alles,
was ist, aus dem Text verschwindet.
Hamburg Dulsberg im Januar 2026
Der Ohrwurm war A Winters Tale von Queen. Ich hege die
Hoffnung, dass wir unsere Sprache wieder zurückerhalten.
Zuhören
Ein seltsames Phänomen dieser Zeit ist für mich, das viele
Menschen nicht mehr zuhören können. Ein Beispiel, welches mir in meinem Cafe immer
öfters widerfährt .Ich stehe mit meiner Freundin am Tresen und bestelle zwei doppelte Espresso. Die Fachkraft stellt
ihre Maschine an und die zwei doppelten Espresso landen in einem großen Becher.
Freundlich lächelnd stellt sie den Becher vor mich hin. Was soll ich sagen?
Immerhin kann sie rechnen. Ich fühle mich den Geschäften in meinem Stadtteil
loyal verpflichtet. Es wird mir aber gelegentlich wirklich sehr schwer gemacht,
loyal zu bleiben. Zuhören ist eine aktive und aufmerksame Hinwendung zu einer
Person oder Botschaft, auch um sie zu verstehen und Empathie zu zeigen. So
frage ich mich, ob ich zu wenig nonverbale Signale aussende, damit mein
Gegenüber die Möglichkeit hat, eine Nachfrage zu stellen. In persönlichen
Beziehungen gibt man sich den Raum, um Nachfragen
zu stellen, um Missverständnisse zu vermeiden, um eine Bindung aufzubauen.
Blicke ich in die Augen der Fachkraft, sehe ich ein aufgesetztes Lächeln und
Leere. Sie bereitet sich auf ihre eigene Antwort, bzw. Frage vor. So fehlt ihr
das Verständnis. Meine Botschaft hat für mich sichtbar, ihr Ziel verfehlt. Ihr
Interesse an meinem Wunsch ist nicht präsent gewesen. Für die Zukunft: Zuhören
könnte zu einer echten Superkraft werden. Kommunikation und aktives Zuhören
sind Schlüsselkompetenzen jeglicher Verhandlungen. Es schafft Vertrauen und
eine tiefere Verbindung. Ein sprachliches Problem kann es nicht gewesen sein.
De Fachkraft ist in diesem Stadtteil geboren. Ich habe gelernt, dass Sprache,
verbunden mit Handlungen, ein Kraftfeld sein kann. Das hat bei meiner
Bestellung nicht funktioniert. Es ist nicht überheblich gemeint. Ich liebe
unsere Sprache, denn sie ist sinnlich. Wir
leben in einer Zeit des Umbruchs. In der Sinn, Zugehörigkeit und vieles andere
mehr, neu verteilt werden. Das sorgt für Verwirrungen. Mir vorzustellen, dass
unsere bildhafte Sprache, die es
ermöglicht, komplexere Themen durch Beschreibungen oder Metaphern, sichtbar zu
machen, stark verändert wird, blutet mein Herz. Das hat es schon getan, als aus
Ronja Räubertochter, Ronja die Raubende wurde. Die Magie und Poesie unserer Sprache
gehen verloren. Vor ein paar Tagen bin ich mit einem Ohrwurm aufgewacht. Mit
dem Klang, Rhythmus, Tonlage und Worten bin ich mitgenommen worden in einen
Moment, den der Künstler beschreibt, über die Schönheit unserer Welt, wenn man
genau hinschaut. Er erzählt von Möwen am Himmel, ziehenden Schwänen, von einem
seidenweichen Mond, wenn die Nacht kommt, den er als atemberaubend und magisch empfindet.
Von einem Moment, in dem es sich anfühlt, als hielte er die Träume unserer Welt
in seinen Händen. Er fühlt sich beseelt und überglücklich. Ich mag mir gar
nicht vorstellen, wie der Text umgedeutet wird und jegliche Liebe für alles,
was ist, aus dem Text verschwindet.
Hamburg Dulsberg im Januar 2026
Der Ohrwurm war A Winters Tale von Queen. Ich hege die
Hoffnung, dass wir unsere Sprache wieder zurückerhalten.