Das Haus der Kunst hat viele Türen. Einige von ihnen haben sich für mich geöffnet. Ich lade Dich ein, mich in meinem Haus zu besuchen. Lass Dich von Gemalten und Geschichten berühren, die auf dem Dulsberg geboren wurden.
Sonntag, 25. April 2021
Warum ich schreibe? Kinder sind unsere Zukunft
Kultur braucht nicht nur eine Stimme. Ich hinterfrage unsere Gesellschaft und ihre Geschichten, die sie erzählt und sich erzählen lässt. Mir stellt sich auch die Frage:“ Warum gibt es in den Medien nur dieses eine Thema und ist es wirklich so?“ Es sind Essays, durch die Du prüfen kannst, wo Du stehst. Es freut mich, wenn sie helfen, dabei den eigenen Standpunkt zu klären .Sie haben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und können fortgeführt werden. Ich bin weder Rechts noch Links, keine Corona Lügnerin oder ähnliches. Die Beschimpfungen Andersdenkender sind gerade endlos und machen mich fassungslos. Es gibt so viele Meinungen, wie es Menschen gibt. Ich bin eine Freidenkerin und gehöre nur einer Partei an: meiner. Ich habe viel durch Kinder gelernt. Seit einigen Jahren gestalte ich in meinem Stadtteil ein Kinder Kunst Projekt. Kinder aus unterschiedlich kultureller Herkunft nehmen daran teil. Grundlage hierfür ist der Partizipationsgedanke, Förderung der Kreativität durch entdecken und der Lust am Lernen im freien Spiel. Offenheit, Neugier, Konfliktbewusstsein und finden eines eigenen Lösungsweges sind u.a. Grundlage dieses Projektes. Sie lernen demokratische Mitverantwortung in der Gemeinschaft. Jegliche Form von Kunst wird ausprobiert, der Mehrheit wird Raum gegeben, um sich auszuprobieren. Das macht die Kinder stark für ihre Welt. Im letzten Jahr hat mich während des ersten Lockdowns ein fünf Jahre alter Junge aus der Gruppe ausgeschimpft, als er mich auf einem Spielplatz stehen sah:“ Da darfst Du nicht sein, sonst bist Du tot!“ Gestern bekam ich Besuch von zwei acht jährigen Mädchen aus der Gruppe. Sie fragten mich:“Wann treffen wir uns endlich wieder?“ Sie baten um Anregungen und Material zum Basteln. Eines der Mädchen hatte unter seiner Maske eine hörbare Triefnase. Sie hat heftigen Heuschnupfen und bekam schlecht Luft. Plötzlich fragte sie mich, ob ich Angst hätte zu sterben. Ich habe ihr die Gegenfrage gestellt:“Hast Du denn Angst?“Ihre Antwort lautete:“Ja“. Mir war nach weinen zu Mute. So haben wir im Treppenhaus ein Gespräch über Tod und Sterben geführt. Es hat mich tief betroffen. Spürbar bei den Kindern ist der Verlust von Nähe, das Fehlen von ausleben spontaner Impulse und der Kultur des Miteinanders. Sie haben nur diese eine Kindheit und benötigen nicht nur aufbauende Worte, um diese Zeit auszuhalten. Für mich ist der Virus kein Feind. Er ist der Überbringer einer Botschaft über das Ungleichgewicht in unserer Welt und dem Sinn des Lebens. Es sind die schlechten Bedingungen, die einer Umgestaltung bedürfen. Angst ist rückwärts gedacht und dem Fortschritt im Zeitenwechsel nicht dienlich. Wenn wir unsere Welt neu denken, wie könnte sie aussehen? Meine Vision: Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht die Wirtschaft; Schutz von Natur und Erde; den Fokus auf die Gesundheitsförderung richten; kleinere Schulklassen, Freiheit des Wirkens; das Steuersystem ändern; unmäßige Bereicherung mit Sanktionen belegen….Es ist eine Vision, meine und sicherlich nicht weit genug gedacht. Unsere Kinder werden sie weiter und in die richtige Richtung entwickeln. Ich bin davon überzeugt. Das ewig Gestrige gilt nicht mehr. Nie war mehr Anfang möglich, als jetzt. Bleiben wir offen und neugierig für die Umgestaltung. Nicht alles, was wir verlieren ist ein Verlust.
Hamburg Dulsberg im April 2021 Die teilnehmenden Kindern vom Labor der Möglichkeiten sind der Meinung, daß sie genug Geduld gehabt haben. Für sie sollten wir die Welt neu denken, sofort!
Samstag, 24. April 2021
Leben im Vakuum oder Geduld- mein Unwort von 2021
Auf dem Weg zur Post berührt mich das Plakat, an dem ich schon unzählige Male vorbei gegangen bin.“Kultur kommt wieder, bald!“Steht dort geschrieben. Bis lang hatte es etwas Tröstendes für mich. Heute lese ich es wieder und ich verspüre eine tiefe Sehnsucht nach Life Musik, Theater u .v. a. mehr. Heute wirken der Trost und die Hoffnung nicht bei mir, die das Plakat vermitteln soll. Es ist ein vergessenes Plakat. Regen, Wind und Sonne haben es angegriffen. Es hängt ein wenig traurig an einem Stromkasten. Zwei gestreamte Veranstaltungen habe ich mir schon geschenkt. Ich möchte mich nicht gegen die neue Art Kunst in jeglicher Form anzubieten, verweigern. Künstler möchten in diesen Zeiten doch auch Geld verdienen, alle Anderen, die daran mitwirken auch. Zu Hause auf dem Sofa allein hat mir das Live Gefühl gefehlt. Das Miteinander teilen, singen und tanzen. Was ich nicht vermisst habe, ist das versehentlich gekippte Bier auf meiner Jacke. Das nehm ich heute sofort in Kauf, wenn ich die Möglichkeit hätte, z.B. in einem Club oder z.B. im Stadtpark vor der Bühne zu stehen, oder hinter ihr zu sitzen, weil die Karten so schnell ausverkauft gewesen sind. Erinnerungen an das ZAZ oder RUNRIG Konzert steigen in mir auf, auch das Konzert Cello und Klavier im Goldbek Haus im letzten Jahr. Mein erstes Konzert mit Abstand. Auch in 2021 ist das Leben für uns nicht einfacher geworden innerhalb der Beschränkungen. Wie verhält es sich gerade mit der anderen Form von Kultur, der Kultur des Miteinanders? Die meisten Menschen sind müde und mürbe geworden. Vom Süd-in den Nordflügel ihrer Wohnung benötigen die meisten Menschen in meinem Stadtteil dreißig Sekunden .Hilfen, wie vor einem Jahr sind nicht mehr selbstverständlich. Es gibt ein verhaltenes Miteinander. Bin ich unterwegs, begegnen mir immer mehr Menschen, die unter ihrer Maske Selbstgespräche führen, oder laut imaginäre Personen oder Gruppen beschimpfen. Das muss wohl so sein, denn woher bekommt der Mensch in seiner Einsamkeit sonst kompetente Beratung, wenn man in irgendeiner Warteschleife hängt. Schenke ich diesen Menschen ein freundliches Lächeln, verstummen sie meist. Dem Augenblick, der dann zurück kommt entnehme ich oft Fassungslosigkeit und Angst. Selten erhalte ich ein gequältes Lächeln Nach einem Jahr des Innehalten und Raum für Selbstreflektion ist es an der Zeit, das wir gemeinsam Perspektiven entwickeln für unsere Welt von Morgen. Wie komme ich unter den jetzt geltenden Umständen mit Anderen in Gespräch und Austausch? Ich weiß, es gibt Es ist an der Zeit neue Werte und Wege zu finden, die wir gemeinsam gehen können. Elmar Budich, ein Freund und ehemaliger Zehnkämpfer hat geschrieben:“ Gruppendynamik und Emergenz treten dort auf, wenn leidenschaftlich für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Wir brauchen Gemeinschaft, die bereit ist, füreinander da zu sein und die ein gemeinsames Ziel verfolgt.“ Seine Antwort auf die Frage, was ein gemeinsames Ziel sein könnte war:“Gemeinsam Freude am Leben, die im Außen nicht zu finden ist.“Ein schöner Ansatz. Wie setzen wir das um? Bist Du dabei?
Hamburg Dulsberg , im April 2021 Ich freue mich über weitere Vorschläge und Ideen zur Umsetzung.
Freitag, 23. April 2021
Berlin
Die Angst, die gerade herrscht, ist verständlich. Birgt sie doch den Verlust vieler Dinge, die für die Menschen wichtig sind. Jeder mag für sich die Frage beantworten, was seine größte Angst ist. Warum ich heute hier bin? Es ist mein Versuch, Menschen mit Zuversicht, Licht und Liebe zu impfen. Angst ist das Resultat von Abwehr, Lernen schenkt Stabilität. Alle Menschen haben mein Mitgefühl. Auf meine heutige Lernerfahrung bin ich gespannt. Eine Riesenmenge von Eishockey Spielern in Polizei Uniform sorgen für beklemmende Gefühle. Die halbe Straße darf genutzt werden. Sie verbreiten Macht und Angst durch die Mauer, die sie bilden. Das Regierungsviertel ist abgesperrt. Unsere gewählten Politiker haben Angst vor ihren Wählern. Sie müssen sich vor ihnen schützen lassen. Was für ein Bild! Jeder Leser mag für sich entscheiden, was er sieht Die Menschen auf der Straße werden ausgegrenzt. Die Regierung! Bis jetzt waren in der Familie scherzend die Eltern oder die Ehefrau damit gemeint. Heute will unsere Regierung uns ein Armutszeugnis ausstellen, daß der Einzelne nicht eigenverantwortlich über sein Verhalten entscheiden kann. Das Resultat ist hier zu sehen. Es geschieht das´, was in jeder Familie geschieht: Kinder rebellieren gegen die Eltern und leben Widerstand. Eltern üben weiter ihre Macht aus, in dem sie nicht mit ihren Kindern reden, hören und ihre Kinder sehen wollen. Mit einem „Geh mir aus den Augen, Basta“ oder Schlägen wurde bei mir zu Hause fast jede Diskussion beendet. Wir werden durch die Polizei aufgefordert nach Hause zu gehen. Die Versammlung wird beendet, da sich nicht Alle an die Spielregeln gehalten haben. Der murrende Unmut, der jetzt zu spüren ist, bereitet mir Gänsehaut und ich fange trotz des warmen Wetters an zu frieren. Es geschieht jetzt daß, was im Leben immer geschieht: erst ist die Unsicherheit da, dann die Angst; der Angst folgt die Wut und sie schlägt in Gewaltbereitschaft um. Mir fällt es mittlerweile schwer, die Bilder, die von Soldaten und Krieg in mir auftauchen, zu verscheuchen; denke an Licht und Liebe; den Zug der Ewigkeit. Ich begebe mich auf den Weg nach Hause. Meine Knochen wurden gerade frisch zusammen geschraubt, ein weiteres Mal klappt das nicht. Alle Menschen hier haben mein Mitgefühl; komme ich aus einer Generation, die noch andere Werte hatte. Zeit meines Lebens werde ich als Sozialromantkerin bezeichnet. Ich fühle mich dadurch geehrt. Im letzten Jahr habe ich mehr als tausend Gesprächen geführt. Es ging immer um den Wunsch nach einem Wertewandel. Viele suchen nach einem Weg. Für meinen Vorschlag den Etat des Kriegsministeriums in Gesundheitspolitik und Soziales zu stecken, in Kunst und Kultur, wird nur belächelt. Ich habe ja auch nur eine Frage gestellt. Stell Dir einmal vor, Du lässt Dich nicht mehr von den Medien und Konsum verführen. Frage Dich mutig:“Was benötigst Du wirklich, um lebendig und glücklich zu leben?“Was für ein Potential wohnt in Dir, das Du bis jetzt nicht gelebt hast, weil Zwang und Druck es nicht zugelassen haben Deine Einzigartigkeit und Schönheit zu leben?“Bist Du dazu bereit? Das Beschäftigen mit diesen Fragen zeigt Deine Bereitschaft für Veränderungen. Leben ist Veränderung, nichts bleibt. Machen wir uns doch gemeinsam auf den Weg.
Hamburg Dulsberg im April 2021 Was ich aus Berlin mitgebracht habe ist die Erkenntnis: wir Menschen benötigen mehr Mut, Zuversicht. Vertrauen und Liebe; Gewalt ändert nichts. Viele Menschen wurden schon in ihrer Kindheit so konditioniert, daß es ihnen an Vertrauen fehlt. Wie kann das jeder Einzelne für sich ändern? Wenn es an Selbstvertrauen und Selbstwert fehlt, fehlt Dir die Kraft für Veränderung.
Sonntag
Heute Morgen bin ich von den Strahlen der Sonne auf meinem Gesicht wach gekitzelt worden. Es ist noch still draußen. Ich überlege den ersten Kaffee heute in unserem Hof zu trinken. Während das Kaffeewasser kocht, fällt mein Blick auf da Thermometer. Muckelige 8 Grad; das ist mir dann doch noch zu frisch. So trinke ich meinen Kaffee in der Küche und schaue auf die Linden, di vor meinem Fenster stehen. Im Licht der Morgensonne sieht das grüngelb der Blätter, durch die Sonne beschienen, sehr magisch aus. Leider reicht meine noch leicht verschlafene Energie nicht aus, um eine eins vor die acht zu zaubern. Langsam wirkt mein Kaffee und ich stelle fest, mein Handy blinkt. Es scheinen heute noch mehr Menschen unter seniler Bettflucht zu leiden, lächle ich in mich hinein. Neugierig geworden schaue ich nach.5.Uhr 32; der Rudi war´s .Zauberhafte Impressionen vom Sonnenaufgang, Vogelgezwitscher und von seinem Lagerfeuer hat er geschickt .Ich kann den Geruch von Garten, Morgenluft und Lagerfeuer riechen. Danke Rudi! Schnell hüpfe ich unter die Dusche. Mir ist ein wenig nach O sole mio. Angezogen und mit meinem zweiten Kaffee vor mir, erhalte ich wieder eine Nachricht. Mister Sunshine, unser Stadtteilschamane benötigt Werkzeug. Ich borge es ihm gerne, wenn er in der nächsten halben Stunde vor der Tür steht. Wir treffen uns im Hof. Ein Nachbar gesellt sich kurz zu uns. Er berichtet von seiner über sechzig km Radtour, die er heute schon absolviert hat. Wir zollen ihm unseren Respekt. Es ist zehn Uhr und ich genieße die Stille und den Gesang der Vögel. Die Natur platzt überall auf und Farben und Düfte umgeben mich. Stille und Natur. Ich bin glücklich. Irgendwann ist es so warm, daß ich auf einer Wiese eine Pause mache und meine nackten Füße im Gras stehen. Unter meinen Füssen vibriert es und ich fühle mich, als würde ich aufgetankt. Zitronenfalter fliegen an mir vorbei und am Kanal sehe ich die Köpfe der Pestwurz stehen. Scharbockskraut, Gänseblümchen, der Geruch des blühenden Weißdorns ! Ich liebe den Frühling. Pflanzen und Farben auf der Wiese erzählen mir viele Geschichten und ihr Duft lässt mich wie trunken fühlen. Ich bin nicht allein auf der Welt. Plötzlich dringt lärmend das Geschrei einer Nordic Walking Gruppe unangenehm in meine Ohren, die Frauen mit Stöcken, die Männer mit Hanteln .Frauen brüllen auf die Männer ein. Ich hätte schon längst mit einer Hantel geworfen! Und grinse in mich hinein:“Irgendwann werde ich wegen meiner bösen Gedanken einmal vom Blitz erschlagen.“Ich hätte liebend gern den Moment der Stille etwas länger festgehalten .Dankbar begebe ich mich auf meinen Heimweg. So bewahre ich die Kostbarkeiten, die ich heute für mich gesammelt habe. Gerade, als ich entschieden habe, daß ich mich das nächste Mal in Rudis Garten einladen werde, wenn nichts bei Rudi dagegen spricht, meldet sich mein Handy. Es ist Rudi. Er entschuldigt sich für die frühe Störung und berichtet: „Er habe die Nacht in seinem Garten verbracht. Die Stimmung, der Himmel und die Natur einfach magisch….und fühle sich, als wäre er in Urlaub gewesen.“ Beim Erzählen strahlt seine Stimme. Ich freue mich mit ihm. Weiß ich doch aus eigener Erfahrung, wie heilsam eine Nacht in der Natur ist und um ihre Macht und Schönheit.
Hamburg Dulsberg , im April 2021
Meinen Heimweg habe ich beseelt und summend verbracht: On an Sunday morning sidewalk von K. Kristoffersen.
Dienstag, 20. April 2021
Ich träume von Freiheit
Freiheit bedeutet laut Duden:“Die Fähigkeit des Menschen aus eigenem Willen Entscheidungen zu treffen.“Für mich bedeutet Freiheit unter anderem:“daß ich mir selbst treu bleibe, meiner Meinung durch denken, sprechen und fühlen Ausdruck zu verleihen, sie zu offenbaren und frei wählen zu können. Heute habe ich etwas getan, was ich nie wieder tun wollte. Ich war auf einer Demonstration. Ich wollte nie wieder neben Menschen stehen, die nicht die gleiche Definition von Freiheit haben, wie ich. Meine Entscheidung dafür kam tief aus meinem Herzen. Mir reichen die Auswirkungen des derzeitigen Politik Theaters. Ich möchte nicht in Absurdistan leben. Jeder ist ein Teil dieser Komödie, ob er will oder nicht. Über Theaterstücke kann man konstruktiv diskutieren. Das geht heute nicht mehr. Als Lautdenkender wird man in eine Schublade gepackt, die nicht liebevoll beschriftet ist. Einschränkungen durch die Politik und eine Uhrzeit, wann die Diskussionen beendet sind, wurden durch die Politik festgelegt. Das letzte Mal wurde mir mit sechzehn Jahren eine Uhrzeit mitgegeben, wann ich wieder zu Hause sein muss. Ich weiß, ich sollte nicht meckern, es gibt ja Zoom. Auf der Demo sagte eine Sprecherin:“Hamburg hat zwei Millionen Einwohner! Wo sind die denn Alle?“Eine berechtigte Frage. Einschränkungen und Bevormundung scheinen nur eine Handvoll Menschen zu stören. Freiheit bedeutet für mich auch Kulturhoheit. Haben die Anderen unsere Geschichte vergessen? Ich glaube, die meisten sind müde. Müde von der Theateraufführung .Das Stück heißt Angst. Unterstützt wurde sie von einer schwarz gewandeten Eingreiftruppe, die friedliche Demonstranten u.a. beschimpfte und darauf gewartet haben, daß die friedlichen Teilnehmer sich nicht mehr in ihrer Gewalt haben. Das hat glücklicherweise nicht stattgefunden. Die schwarze Gruppe hat allen gezeigt, daß in der Wut der Mensch seine Intelligenz verliert. Ihre Taten zeigen, daß ihre Worte nichts wert sind. Die zweite schwarze Truppe, zu Pferd, behelmt und mit Schlagstöcken bewaffnet, hat tatenlos zugeschaut. Frei nach dem Motto:“Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“. Dieser Gruppe wünsche ich nichts Schlechtes. Ich wünsche jedem Einzelnen, daß er sich einmal selbst begegnet. Mir wünsche ich mir mehr Menschen, die ihren Sehnsüchten und Wünschen Ausdruck geben. Kann man Mut auch impfen? Auf meinem Weg zur Bahn bin ich durch den Neuen Wall(Straße) gegangen. Die mondänen Geschäfte öffnen auf Klopfzeichen. Ist es Widerstand oder tatsächlicher Bedarf? Ich bin zu müde, um nachzufragen.
Hamburg im April 2021 Als ich meinen blog und diesen Kanal erstellt habe, war die Idee, daß jeder Leser schaut, wo er steht; Anregungen für eine Vision von Morgen in liebevoller undfriedlicher Absicht.
Gedanken im Kreisverkehr
Gefühlt sitzen gerade alle alten Geister und Dämonen mit mir auf meinem Sofa. Im Jahre II nach C entgleiten mir zum ersten Mal Mut und Lebensfreude, der Spaß knickt gerade weg. Ich möchte weglaufen, auswandern; aber wohin oder bin ich auf dem falschen Planeten? Wo möchte ich auf dieser Welt sein? In den arabischen Emiraten in einer deutschen Enklave und das als Frau? Würde ich das Wetter auf den Fidschi Inseln aushalten? Vermisse ich weit weg von zu Hause irgendwann das Hamburger Schmuddel Wetter? Sind die Menschen dort wirklich anders, als hier in Deutschland? Wäre mein Gefühl der Unfreiheit dann verschwunden? Ich weiß es nicht! Der Virus sitzt mir auf den Schultern, im Nacken und ich habe ihn dicht vor der Nase, wenn ich meine Wohnung verlasse. Mental hacke ich gerade Holz, der halbe Sachsenwald ist schon abgearbeitet. Was für ein Mist und besser geht es mir jetzt auch nicht damit. Ich könnte auch Autoreifen nehmen. Das würde kein Anderer gut finden; ich normalerweise auch nicht. Ich bin mental dünnhäutig geworden. Nach einem Jahr Raum zum Nachdenken über mich, den mir das Virus verschafft hat, ist es plötzlich wieder da, diese merkwürdigen Gedankenkarussell, das nicht verstummen will. Bewusstsein und Unterbewusstsein haben gerade nicht die gleiche Richtung, das verstört mich. Es verstört mich genau so, wie das Gerede und der Wahnwitz in den Medien; das Verpacken von Menschen mit anderen Meinungen in die entsprechenden Schubladen, sie werden etikettiert in Gut und Böse. Wir sind das Land der Dichter und Denker; das war einmal; Goethe und Schiller sind schon lange tot! Ich bekomme von einer Freundin Besuch. Bei gutem Essen von unserem Lieblings Restaurant aus unserem Stadtteil und einer Flasche guten Weines reden wir über unsere Befindlichkeiten. Heute über meine, ich bin nörgelig mit mir .Ich fühle mich blockiert. Sie hat mir den Kopf gewaschen. Für einen klitzekleinen Moment hasse ich sie, weil ich spüre, daß sie Recht hat. Ich habe sie ganz schnell wieder lieb. Das macht Freundschaft aus und ich danke ihr aus tiefstem Herzen dafür. Sie hatte Recht mit ihren Worten:“ Du spürst zum ersten Mal Deine Grenzen, nicht nur körperlich. Du bist blind für sie. Mit Deinem sturen Kopf rennst Du immer dagegen. Denke doch einmal anders. Was kannst Du mit Deiner überfließenden Energie gerade anfangen und was kannst Du in welchem Rahmen umsetzen?“Mir ist bewusst geworden, daß meine ureigensten Fähigkeiten Lösungen für meine Probleme zu finden wieder zur Eigenverantwortung, zu meinem Willen und zu den mir mit in die Wiege gelegten Mitteln und meine ethischen Standpunkte wiederfinden lässt. Die nächste Ausfahrt im Kreisverkehr ist meine. In meinem Kopf entsteht wieder eine Richtung. Los geht`s.
Hamburg Dulsberg im April 2021. Ich danke meinen Freunden und Freundinnen dafür, daß sie mich aushalten, wenn meine Gedanken in den Fluren meines Geistes wieder einmal mäandern. Sie schaffen es mich mit ihren liebevollen Gaben immer wieder auf die Spur zu bringen.
