Auf dem Weg zur Post berührt mich das Plakat, an dem ich schon unzählige Male vorbei gegangen bin.“Kultur kommt wieder, bald!“Steht dort geschrieben. Bis lang hatte es etwas Tröstendes für mich. Heute lese ich es wieder und ich verspüre eine tiefe Sehnsucht nach Life Musik, Theater u .v. a. mehr. Heute wirken der Trost und die Hoffnung nicht bei mir, die das Plakat vermitteln soll. Es ist ein vergessenes Plakat. Regen, Wind und Sonne haben es angegriffen. Es hängt ein wenig traurig an einem Stromkasten. Zwei gestreamte Veranstaltungen habe ich mir schon geschenkt. Ich möchte mich nicht gegen die neue Art Kunst in jeglicher Form anzubieten, verweigern. Künstler möchten in diesen Zeiten doch auch Geld verdienen, alle Anderen, die daran mitwirken auch. Zu Hause auf dem Sofa allein hat mir das Live Gefühl gefehlt. Das Miteinander teilen, singen und tanzen. Was ich nicht vermisst habe, ist das versehentlich gekippte Bier auf meiner Jacke. Das nehm ich heute sofort in Kauf, wenn ich die Möglichkeit hätte, z.B. in einem Club oder z.B. im Stadtpark vor der Bühne zu stehen, oder hinter ihr zu sitzen, weil die Karten so schnell ausverkauft gewesen sind. Erinnerungen an das ZAZ oder RUNRIG Konzert steigen in mir auf, auch das Konzert Cello und Klavier im Goldbek Haus im letzten Jahr. Mein erstes Konzert mit Abstand. Auch in 2021 ist das Leben für uns nicht einfacher geworden innerhalb der Beschränkungen. Wie verhält es sich gerade mit der anderen Form von Kultur, der Kultur des Miteinanders? Die meisten Menschen sind müde und mürbe geworden. Vom Süd-in den Nordflügel ihrer Wohnung benötigen die meisten Menschen in meinem Stadtteil dreißig Sekunden .Hilfen, wie vor einem Jahr sind nicht mehr selbstverständlich. Es gibt ein verhaltenes Miteinander. Bin ich unterwegs, begegnen mir immer mehr Menschen, die unter ihrer Maske Selbstgespräche führen, oder laut imaginäre Personen oder Gruppen beschimpfen. Das muss wohl so sein, denn woher bekommt der Mensch in seiner Einsamkeit sonst kompetente Beratung, wenn man in irgendeiner Warteschleife hängt. Schenke ich diesen Menschen ein freundliches Lächeln, verstummen sie meist. Dem Augenblick, der dann zurück kommt entnehme ich oft Fassungslosigkeit und Angst. Selten erhalte ich ein gequältes Lächeln Nach einem Jahr des Innehalten und Raum für Selbstreflektion ist es an der Zeit, das wir gemeinsam Perspektiven entwickeln für unsere Welt von Morgen. Wie komme ich unter den jetzt geltenden Umständen mit Anderen in Gespräch und Austausch? Ich weiß, es gibt Es ist an der Zeit neue Werte und Wege zu finden, die wir gemeinsam gehen können. Elmar Budich, ein Freund und ehemaliger Zehnkämpfer hat geschrieben:“ Gruppendynamik und Emergenz treten dort auf, wenn leidenschaftlich für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Wir brauchen Gemeinschaft, die bereit ist, füreinander da zu sein und die ein gemeinsames Ziel verfolgt.“ Seine Antwort auf die Frage, was ein gemeinsames Ziel sein könnte war:“Gemeinsam Freude am Leben, die im Außen nicht zu finden ist.“Ein schöner Ansatz. Wie setzen wir das um? Bist Du dabei?
Hamburg Dulsberg , im April 2021 Ich freue mich über weitere Vorschläge und Ideen zur Umsetzung.
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