Dienstag, 20. April 2021

Gedanken im Kreisverkehr

 

Gefühlt sitzen gerade alle alten Geister und Dämonen mit mir auf meinem Sofa. Im Jahre II nach C entgleiten mir zum ersten Mal Mut und Lebensfreude, der Spaß knickt gerade weg. Ich  möchte weglaufen, auswandern; aber wohin oder bin ich auf dem falschen Planeten? Wo möchte ich auf dieser Welt sein? In den arabischen Emiraten in einer deutschen Enklave und das als Frau? Würde ich das Wetter auf den Fidschi Inseln aushalten? Vermisse ich weit weg von zu Hause irgendwann das Hamburger Schmuddel Wetter? Sind die Menschen dort wirklich anders, als hier in Deutschland? Wäre mein Gefühl der Unfreiheit dann verschwunden? Ich weiß es nicht! Der Virus sitzt mir auf den Schultern, im Nacken und ich habe ihn dicht vor der Nase, wenn ich meine Wohnung verlasse. Mental hacke ich gerade Holz, der halbe Sachsenwald ist schon abgearbeitet. Was für ein Mist und besser geht es mir jetzt auch nicht damit. Ich könnte auch Autoreifen nehmen. Das würde kein Anderer gut finden; ich normalerweise auch nicht. Ich bin mental dünnhäutig geworden. Nach einem Jahr  Raum zum Nachdenken über mich, den mir das Virus verschafft hat, ist es plötzlich wieder da, diese merkwürdigen Gedankenkarussell, das nicht verstummen will. Bewusstsein und Unterbewusstsein haben gerade nicht die gleiche Richtung, das verstört mich. Es verstört mich genau so, wie das Gerede und der Wahnwitz in den Medien; das Verpacken von Menschen mit anderen Meinungen in die entsprechenden Schubladen, sie werden etikettiert in Gut und Böse. Wir sind das Land der Dichter und Denker; das war einmal; Goethe und Schiller sind schon lange tot! Ich bekomme von einer Freundin Besuch. Bei gutem Essen von unserem Lieblings Restaurant aus unserem Stadtteil und einer Flasche guten Weines reden wir über unsere Befindlichkeiten. Heute über meine, ich bin nörgelig mit mir .Ich fühle mich blockiert. Sie hat mir den Kopf gewaschen. Für einen klitzekleinen Moment hasse ich sie, weil ich spüre, daß  sie Recht hat. Ich habe sie ganz schnell wieder lieb. Das macht Freundschaft aus und ich danke ihr aus tiefstem Herzen dafür. Sie hatte Recht mit ihren Worten:“ Du spürst zum ersten Mal Deine Grenzen, nicht nur körperlich. Du bist blind für sie. Mit Deinem sturen Kopf rennst Du immer dagegen. Denke doch einmal anders. Was kannst Du mit Deiner überfließenden Energie gerade anfangen und was kannst Du in welchem Rahmen umsetzen?“Mir ist bewusst geworden, daß meine ureigensten Fähigkeiten Lösungen für meine Probleme zu finden wieder zur Eigenverantwortung, zu meinem Willen und zu den mir mit in die Wiege gelegten Mitteln und  meine ethischen Standpunkte wiederfinden lässt. Die nächste Ausfahrt im Kreisverkehr ist meine. In meinem Kopf entsteht wieder eine Richtung. Los geht`s.

 

 

 

Hamburg Dulsberg im April 2021. Ich danke meinen Freunden und Freundinnen dafür, daß sie mich aushalten, wenn meine Gedanken in den Fluren meines Geistes wieder einmal mäandern. Sie schaffen es  mich mit ihren liebevollen Gaben immer wieder auf die Spur zu bringen.

 

 

 

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