Donnerstag, 18. September 2025

Vergangene Freunde und der Krieg

 

Ich habe gestern eine Geschichte erzählt bekommen, die mich sehr berührt hat. Die Geschichte handelt von einem Soldaten, der in zwei Kriege gezogen ist. Er ist noch jung an Jahren und Frührentner. Seine Erlebnisse in den beiden Kriegen konnte er nicht verarbeiten. Nach dem ersten Krieg hat ihn unser Land mit Pillen versehen und in einen weiteren Krieg geschickt. Ein Beruf, der Familien zerstören kann, auch seine. Eine Erkrankung hat ihn zusätzlich zu einem Frührentner gemacht. Auch seine Rente reicht nicht. Es ist erschreckend, dass der Dank unseres Staates so aussieht. Ich kenne ihn noch nicht lange, aber ich bewundere ich. Er nimmt am Leben teil und ist kommunikativ. Vor längerer Zeit habe ich einen lieben Menschen verloren. Er ist mit dem Leben nicht mehr klar gekommen und hat sich zurückgezogen. Das alltägliche Leben, dafür hat seine Energie noch gereicht. Wir haben das gleiche Hobby betrieben und viel Zeit miteinander verbracht. Für den Staat hat er als Schlosser gearbeitet und Hubschrauber gewartet und repariert. Nach zwölf Jahren vom Bund entlassen, hat er keine neue Arbeit gefunden. Seine Zeugnisse waren gut, eine Fachkraft ohne Chance auf Anstellung. Mitte dreißig. Er hat sich verliebt, wurde Vater und vor lauter Verzweiflung hat er sich wieder bei der Bundeswehr beworben, damit er seine kleine Familie ernähren konnte. Für seine Qualifikation hatte unser Land auch keine Verwendung mehr, so kam er zum Heer. Sein Einsatz war in Afghanistan. Im Einsatz sind Kinder mit Maschinenpistolen auf ihn zugelaufen. Teilweise sind es echte Gewehre gewesen. Die Kinder waren noch so klein, wie sein Kind zu Hause. Sie haben geschossen…Wieder zu Hause, war er nach dem Einsatz verändert. Was weiter geschehen ist, kann ich nur ahnen. Er ist ausgemustert worden. Familie, Freunde, alle haben wir versucht ihn mit einzubeziehen. Er konnte nicht. Alle haben ihm ihre ganze Liebe geschenkt. Nach so einem Erlebnis scheint es der schlimmste Tod zu sein, weil man danach noch weiter lebt. Ich denke noch oft an ihn und meine guten Wünsche sind bei ihm. Er ist ohne Nachricht einfach weiter gezogen.

 

Hamburg Dulsberg, September 2025

Diese Geschichte ist für die, die nach Krieg schreien. Sie sind sich deren Folgen nicht bewusst.

Ich bin mit Friday for global Peace einige Jahre in HH unterwegs gewesen. Wir waren nie mehr, als 10 Personen. Dazu habe ich eine sehr persönliche Meinung.

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