Es ist erst ein paar Tage her, dass der Monstertruck des Bundestages in Hamburg halt gemacht hat. Das Gespräch mit dem Bürger wurde gesucht. Ein Bild von diesem Tag geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Hinter dem Truck, am Eingang zur U Bahn, hat ein Obdachloser geschlafen. Die Personen, die im Truck ihre Auftritte gehabt haben, sind an ihm vorbei gegangen. Warum wurde das Gespräch mit ihm nicht gesucht? Hat es in den Köpfen der Verantwortlichen Widerwillen erregt? Ist ein Gespräch mit einem Obdachlosen nicht reizvoll genug? Nachts ist es schon sehr kalt. Ich habe nirgends gelesen, dass das Winternotprogramm wieder tätig wird. Was habe ich bloß für krude Gedanken? Ich habe zwei warme Decken geschenkt bekommen. Diese werde ich nachher weitergeben. Ich weiß, wo in meinem Stadtteil draußen geschlafen wird. Mich lässt die fehlende Menschlichkeit in unserem Land oft verstummen. Es sind aus dem System Gefallene, die oft aufgrund eines Schicksalschlages, auf der Straße landen. Warum ist für sie kein Platz in Asylunterkünften? Das Winternot Programm endet nach einigen Monaten, im März des darauf folgenden Jahres. Hier werden keine Vorwürfe laut, dass nicht genug für diese Menschen getan wird. Werde ich ungerecht? Es liegt sicherlich daran, dass es mich traurig macht. Arbeitende Bürger werden in unserem Land nicht gesehen und gehört. Obdachlose fallen gleich ganz unter die Teppichkante. Da kann der Bundestag seinen Truck zur Augenwischerei noch so oft durch die Lande schicken. In unserer Stadt gibt es einen reichen Unternehmer/Millionär, der heißt Herr Kühne. Er ist Mitte achtzig und versucht mit seinem Geld etwas Gutes zu tun. Einen Fußball Verein in unserer Stadt hat er unterstützt. Der Verein hat nicht verstanden, wessen Brot ich esse, dessen Lied ich sing. Mit älteren, selbsternannten Fachleuten ist es oft schwierig. Hätten sie ihm die Finanzen überlassen, davon versteht er etwas, wäre es dann etwas leichter gewesen? Ich weiß es nicht. Davon verstehe ich zu wenig, schon gar nichts von Fußball. Nun möchte er Hamburg eine neue Oper schenken. Es sind schon ein paar Millionen, die er spendieren möchte. Nach langem hin und her, steht jetzt fest, dass die Sanierung des alten Operngebäudes sich nicht mehr lohnt. Liegt es an der Wegwerf Mentalität unserer Zeit? Wenn Herr Kühne sich ein Denkmal setzen möchte, dass größer ist, als ein Straßennamen, eine weitere Unterkunft für Obdachlose, wäre auch schön. Leere Büroräume stehen genug in unserer Stadt zur Verfügung. Es ist nicht mein Geld und nur eine Idee. Auch hier verbleibt ein schales Gefühl in meinem Bauch. Ein Projekt, welches seinen Namen trägt und Menschen dieser Stadt wieder auf die Beine hilft, sein Name wäre unvergessen. Prestige, oder geht es auch eine Nummer kleiner. Ich preche von Spenden aus reinem Herzen heraus.
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