Ich hatte kein Glück. Nun bin ich wieder zu Hause mit Einschränkungen in der Mobilität, d.h. für mich Teilbelastung an Stützen und starke Einschränkungen in Schultern und Armen. Zum zweiten Mal musste ich mich wieder mit den Absurditäten unseres Gesundheit Systems und den Hilfsangeboten von Institutionen in unserem Stadtteil auseinandersetzen. Danke für Nichts. Ich schaffe es auch allein, das ist mein Fazit. Es sind ja nur vier Monate Ich wohne in Ironien, das liegt am Sarkastischen Meer. Wenn ich wieder einen Stift halten kann, werde ich doch einige Mitgliedschaften aufkündigen. Ausgewogenheit in unser aller Leben fehlt schon seit längerer Zeit. So lebe ich im Rückzug und bin lediglich meinem eigenen Leben verpflichtet. Ich bin nicht verbittert, denn ich lebe schon länger in diesem System und erwarte nichts. Glücklicherweise lebe ich seit Jahrzehnten positiven Realismus und die rosarote Brille liegt schon lange zertreten im Matsch. Anders würde ich die Geringschätzung von Mensch und Natur nicht aushalten. Ich habe für mich eigenverantwortlich gehandelt. Im Moment funktioniere ich nicht, aber es wird auch wieder anders, das weiß ich sicher. Gerade bin ich nicht stark, aber ich sammle Kraft. Es ist Raum vorhanden um zu reflektieren und auch, um Innenschaus zu betreiben; dahin gehen, wo die Angst ist. Jede Erkrankung ist für mich ein Lernschritt. Ein Symptom dafür, daß etwas in meinem Leben nicht stimmt. Wie es scheint, steht die Überprüfung eines meiner Lebensmottos an. Die Frage:“ Was kann ich dazu beitragen, daß sich in unserer Welt etwas verändert?“ und habe danach gehandelt. Der größte Teil meiner Zeit ist in ein Ehrenamt gegangen. In den Zeiten von „C“ habe ich durch mein Tun meiner Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es sicherlich möglich sein könnte, in ein sinnvolles Miteinander zu kommen. Meine Hoffnung war größer, als die Realität. Nach einem gemeinsamen Projekt hat man sich demokratisch an einen Tisch gesetzt Selbstkritik und ein aufrichtige Diskurs, weit gefehlt. Nach Ende des Gespräches begann das rufschädigende Verhalten gegen die Teilnehmer, die verkrustete Strukturen lösen und bereit für einen gemeinsamen neuen Weg gewesen sind. Im kleinen Miteinander ist es, wie im Großen. Das Ego baut Mauern, ein offenes Herz Brücken. Herz ist leider nicht gefragt. Der Wahrheit wird viel Spielraum gegeben, Andere haben die Schuld und Verantwortung.“ C. trägt gerade viele moralische Defekte, die Menschen haben, nach außen. Schon Orwell schreibt:“ In Zeiten der universellen Täuschung wird das aussprechen von Wahrheit zu einer revolutionären Tat“. Auf diese Weise werde ich keine Lebenszeit mehr verbrennen. Für Kinder baue ich gerne weiter Brücken in Zeiten, wo ein Virus zu einer Verhaltenslehre geworden ist. Die Gegenwart ist gerade hässlich, geprägt von verbalem Krieg und Intoleranz. In der Schule habe ich gelernt, dass es die Aufgabe eines Virus ist, zu mutieren. Je aggressiver er bekämpft wird, umso ernster nimmt auch er seine Aufgabe. Kostbare Menschen sind nicht abhängig vom Immunstatus. Die Menschheit stellt sich über die Natur und meint, sie beherrschen zu können; aber sie ist unbeherrschbar. In der letzten Monaten und Jahren lässt sie uns spüren, daß wir von ihr abhängig sind, schickt uns in unsere Welt Katastrophen. Täte uns ein wenig mehr Bescheidenheit, liebevoller Umgang mit ihr, und Wertschätzung nicht besser zu Gesicht? Dieser Wunsch könnte auch für uns Menschen gelten. Bonhoeffer schreibt in seinen Briefen aus dem Gefängnis:“Handeln entspricht nicht dem Denken, sondern der Bereitschaft zur Verantwortung. Der letzte Test der moralischen Verantwortung ist die Welt, i sie ihren Kindern hinterlässt.“Warum ich gerade Bonhoeffer lese? Das Säbelrasseln in unserem Land ist so laut, da ist der Virus unser kleinstes Problem.
Hamburg Dulsberg im Februar 2022
Jenseits der Vorstellung von „Richtig“ oder „Falsch“ gibt es einen Ort, da werde ich Dich treffen. Rumi
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