Samstag, 12. Februar 2022

Melancholie

 

Vielen fehlt gerade die Sonne, obgleich die Tage schon länger werden. Ihr Strahlen fehlt und das Fühlen ihrer Wärme auf der Haut. Ich kann mich glücklich schätzen, habe ich doch viel Sonne in meinem Herzen. Aber auch mich ereilt hin und wieder ein Hauch von seltsamer Melancholie. Heute wurde dieser Anfall jäh gestoppt. Ich habe die ersten Samentütchen im Supermarkt entdeckt und konnte nicht widerstehen. Sie landeten in meinem Korb. Allein die Tütchen mit der Kapuzinerkresse lassen mein Herz höher schlagen. Sofort habe ich das Gefühl von Wärme und den Duft des Sommers in mir. Zum Glück ist der Frühling schon in Sicht, und die gefühlt längsten Monate des Jahres sind vorbei. In Gedanken sehe ich schon die Aufzucht  Töpfchen auf meiner Fensterbank. Auf dem kleinen Beet im Hof entdecke ich schon den ersten gelben Krokus. Viele Frühblüher recken schon ihre Köpfe aus der Erde. Die Magie unserer Natur verzaubert mich jedes Mal erneut und lässt mich staunen. Jede gesetzte Pflanze zeugt mit mutigen Schritten von Wachstum und Veränderung im Laufe des Jahres; von ihrer Schönheit  in allen Stufen ihres Seins, und vom Werden und Vergehen. Ich fühle mich mit Mutter Erde tief verbunden .ich bin ein Teil von ihr. Viele Menschen lächeln, wenn ich diese Aussage treffe. Für mich ist sie wie eine Mutter. Sie vergibt das schlechte Umgehen und die schlechte Behandlung von uns und bleibt liebevoll. Sie löscht weiter den Durst und lässt mich nicht hungern. Sie berührt meine Seele, wenn ich meine Hände in die Erde stecke. Als Geschenk für meiner Hände Arbeit  erhalte ich die Freiheit zu lieben, Kraft durch ihre Berührung und eine tiefe Stille des Verstandes. Für mich gibt es kaum ein Größeres. Melancholie? Sie ist weggeblasen. Habe ich doch gerade entdeckt, was mir fehlt.

Hamburg Dulsberg, im Februar 2022

Oft sind es vermeintlich kleine Dinge, die so unendlich glücklich machen, wenn der Himmel einmal nicht so blau ist.

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