In den letzten Jahren ist viel Schaden angerichtet worden. Uns ist eine wichtige Gabe verloren gegangen, die Kommunikation. Ich habe es oft erlebt, es besteht ein Zeitfenster, dein Gesprächspartner hat eine Vorstellung, wie ein Gespräch zu laufen hat, der mit seinem Blick auf die Uhr einen aufrichtigen Diskurs und eine Lösung unmöglich machen. Es erzürnt, wenn sich gerade diese Menschen, den achtungsvollen Umgang im Miteinander auf die Fahne geschrieben haben. Es wird angenommen, be -und verurteilt. So zieht sich der Andere zurück, der Mensch bringt sich in Sicherheit. Während Kinder sich streiten, prügeln und sich für zehn Minuten doof finden, sind sie auch schnell wieder gut miteinander. Ich berichte von einer Begebenheit aus den achtziger Jahren. Meine Kinder besuchen die Stadtteil KITA. Sie hatte ein modernes Konzept. Wenn es möglich war, besuchte die Kindergarten Gruppe die Eltern auf ihrer Arbeitsstelle. Drinnen konnte bei schlechtem Wetter gematscht werden; gesunde Ernährung wurde besprochen, der Unterschied zwischen Mann und Frau, Stromsparen u.v.a. mehr. Für fünfjährige Kinder war es ein volles Programm. Schon damals war der Personalschlüssel knapp bemessen. So haben wir Eltern manchen Ausflug begleitet. Eines schönen Tages war der Besuch des Arbeitsplatzes eines Vaters geplant. Die Kinder waren aufgeregt, denn der Papa von Daniel war Polizist. Der Weg dahin war nicht lang, aber die Kinder waren so aufgeregt. Sie wollten das Auto, das Kittchen und die Pistole sehen. Immer wieder blieben sie stehen, ein Sack Flöhe wäre einfacher zu hüten gewesen. Die Lieder von Rolf Zuckowski wurden gesungen, so verkürzte sich der Weg durch Musik. Lauthals singend zogen sie durch die Straße und sangen „Nackidei“. Beim Anblick des Peterwagens verstummten sie ergriffen. Der Polizist begrüßte sie herzlich. Die Erzieherin fragte dann die Kinder:“ Woran erkennt man denn einen Polizisten?“Einen Moment war Stille, dann antwortete der kleine Martin:“Am Penis“. Der Polizist lief rot an und ich bekam vor Lachen keine Luft mehr. Die Zelle, um in die Decke zu beißen, wäre meine gewesen. Das kann geschehen, wenn man über zu viele Dinge redet, aber besser, als gar nicht. Übrigens sind die Kinder nach dem Besuch wieder singend zur KITA zurück.“ Hier die erste Textzeile:“Der Eber sagt zu seiner Frau, hör zu, du süße kleine Sau, wir machen heut ne´ Schweinerei und gehen mal wieder nackidei….Danke Rolf Zuckowski. Deine Lieder haben die Kindheit meiner Kinder begleitet und für das ein oder andre schöne Erlebnis beschert.
Es waren andere Zeiten, unbeschwerter, ermutigend und inspirierend für Alle.
Hamburg Dulsberg Oktober 22
Ist es nicht möglich sich in Krisenzeiten von alten Gepflogenheiten zu verabschieden? Neue Wege suchen, um wieder miteinander ins Gespräch zu kommen? Frieden ist möglich, Achtung und Wertschätzung auch. Ist das eventuell ein Weg, um zu einem Miteinander zu kommen?
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