Montag, 3. Oktober 2022

Zeichen der Zeit

Während meines Einkaufs habe ich eine Bekannte getroffen. Wir engagieren uns im Stadtteil. Durch meinen gesundheitlichen Totalausfall, sehen wir uns nur noch selten. Auf ihre Nachfrage hin, bezüglich meines Gesundheitszustandes, berichtete ich ihr von meiner Ungeduld, da ich noch in meinem Tatendrang ausgebremst werde. Sie berichtete über ihr Befinden. Geldmangel, weil die Rente nicht mehr reicht, verursache ihr Stress und das verschlimmere ihr Krankheitsgeschehen. Trotz Freistellung müsse sie ihr Medikament zahlen. Es fehle ihr zum Lebensunterhalt. Meine Worte des Trostes haben ihr nicht geholfen, auch der Hinweis, sie wäre nicht allein. Ich berichtete ihr, ich hätte mich mit einer Freundin zusammen getan. Wir teilen uns die Einkäufe und Lebensmittel. Erzählte von meinen Kindern. Sie sind nicht immer da weil sie voll berufstätig sind und ihr eigenes Leben haben. Auch von dem Hilfsangebot meiner Kinder, für den Fall, wenn ich meine Energie nicht mehr zahlen könne. Meine Gesprächspartnerin hielt das für selbstverständlich. Meine Haltung ist eine andere: Meine Kinder haben durch Studium und Ausbildung viel entbehren müssen, u.a. die soziale Teilhabe am Leben. Mein Verdienst in der Altenpflege hat nicht ausgereicht, um sie zu unterstützen. Mich hat es immer geschmerzt Nun verdienen sie anständig, das haben sie sich hart erarbeitet und verdient. Kein Kind soll für die Eltern Sorge tragen müssen. Meine Bekannte verabschiedete sich mit den Worten:“Du hast wenigstens Kinder“. Sie sah traurig aus. Meine Worte des Trostes haben ihr nicht geholfen.  Ich gehöre nicht zu den Menschen, die verbittert sind, oder stets klagen. Ich versuche immer das Gute in jeglicher Situation zu sehen. Ich weiß, gleich, wie anstrengend Zeiten sind, ich werde an ihnen wachsen. Ich bin ein reicher Mensch, mit einer kleinen Familie und unendlich dankbar, für die Kraft, die sie mir schenkt. Liebe hat einen hohen Wert, aber keinen Preis.

 

Hamburg Dulsberg, im Oktober 22

Es gibt immer Licht, wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen, und mutig genug, es zu sein.(A. Gorman)

 

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